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06. Januar 2012 20:49 Uhr
Herdern
Immobilienpoker: Bauverein will Wohnungen der Gagfah kaufen
Die Karten im Immobilienpoker in Herdern werden neu gemischt: Der Bauverein Breisgau hat Interesse an rund 140 Wohnungen, die der Konzern Gagfah verkaufen will.
Bislang hatte die Südwert GmbH ein Angebot vorgelegt, allerdings unter der Voraussetzung, auch die Grundstücke erwerben zu können. Die wiederum gehören der Stadt. In der letzten Sitzung des vergangenen Jahres sollte der Gemeinderat dem Verkauf für 2,6 Millionen Euro zustimmen. Doch die Stadtverwaltung nahm das Thema kurzerhand von der Tagesordnung. "Wegen des Interesses des Bauvereins Breisgau", erklärte SPD-Stadtrat Walter Krögner am Donnerstag vor Journalisten. Er will Signale aus dem Finanzdezernat erhalten haben, wonach die Stadtverwaltung bereit sei, die Grundstücke nun doch nicht zu verkaufen.
Damit wäre die Südwert, die ein gemeinsames Unternehmen der Landesbank Baden-Württemberg und der Bietigheimer Wohnbau GmbH ist, aus dem Rennen. Sie wolle die Wohnungen nur mit Grundstücken, sagte Krögner. Er sieht darin einen Hebel, um den Bauverein, in dessen Vertreterversammlung er gewählt ist, zum Zuge kommen zu lassen. Für ihn sei vor allem entscheidend, dass die Genossenschaft kommunal verankert sei und Mietwohnungen erhalte. Die Südwert hingegen privatisiere die Wohnungen und entziehe sie somit dem Mietwohnungsmarkt. "Gerade in Herdern ist es sinnvoll, Wohnungen mit angemessenen Mieten zu haben."
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Doris Reiprich, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, bestätigte am Donnerstag entsprechende Überlegungen des Bauvereins. Die Genossenschaft sei auch am Kauf der Grundstücke interessiert. Weitere Angaben wollte Reiprich nicht machen, bevor der Aufsichtsrat das Thema diskutiert hat.
Die 140 Wohnungen befinden sich in 13 Mietshäusern im Dreieck Rennweg, Sautier- und Stefan-Meier-Straße. Die Gagfah, die "Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Angestellten-Heimstätten", gehörte einst der Bundesversicherung für Angestellte und wurde im Jahr 2004 an die amerikanische Investmentgesellschaft Fortress verkauft. Die Häuser gehörten einst zu dem Gesamtpaket von 1300 Wohnungen, dessen Verkauf der Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsgesellschaft Stadtbau im Jahr 2001 beschlossen hat. Laut Krögner handelt es sich um Gebäude aus den 50er Jahren, zumeist Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Er schätzt den Erlös pro Wohnung ganz grob auf 60.000 Euro. Für die Grundstücke entrichtet die Gagfah einen Erbbauzins an die Stadt in Höhe von 44.000 Euro jährlich. Laut Rathaus ist der Verkauf der Grundstücke im laufenden Etat nicht konkret eingeplant.
Autor: Uwe Mauch
