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20. April 2009
Jetzt mal lautlos stampfen
Die Mondo Musical Group des Studentenwerks probt Stephen Sondheims Musical "Company"
"Das war ja wohl nichts! Wir machen das gleich noch einmal", ruft Regisseurin Stephanie Heine ihren Darstellern zu. Es ist Probenwochenende in der Freiburger Mensabar. Bühnenreif ist die Mondo Musical Group des Studentenwerks Freiburg noch lange nicht, aber bis zur Premiere von "Company" am 7. Mai üben die Darsteller – allesamt Studierende – seit Ende März eifrig. Zum dritten Mal seit 2007 führt die Gruppe nun ein Stück auf, allerdings stets mit veränderter Besetzung.
Seit dem Casting im November ist Graziana Kastl dabei. In "Company" spielt sie Marta, eine von drei Damen, die die Hauptfigur Robert rund um seinen 35. Geburtstag bezirzen. Im echten Leben ist die 21-Jährige Jurastudentin, doch Tanzen und Singen liegen der gebürtigen Augsburgerin im Blut. Ballett übt sie seit sie drei ist und singen lernte sie in der Familie. Jetzt hat sie Pause. Ob sie vor der Premiere aufgeregt ist? "Eigentlich nicht, nur der lange Solo-Gesangspart macht mir etwas Angst."Ebenfalls Pause hat Robin Czerny. Doch während dieser hilft er seiner Doppelbesetzung bei den Positionen der Schlussszene auf die Sprünge. Wie fast alle der ehrenamtlichen Laiendarsteller ist er in den Pausen noch voll bei der Sache. Es wird gewippt, geklatscht und dazwischengerufen.
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"Das ist ein sehr anstrengendes Lied im Stück. Es ist schnell und beinhaltet viel Choreographie, Tanz und Gesang." So erklärt Czerny das, was die zweite Besetzung gerade auf der Bühne probt. Apropos Doppelbesetzung: Seit diesem Jahr sind alle Rollen des Musicals zweifach besetzt, die Auftritte werden fair untereinander aufgeteilt. Regisseurin Stephanie Heine: "Insgesamt spielen 28 Studenten aus verschiedensten Fachbereichen mit. Deren Energie und Begeisterung machen die fehlende Professionalität locker wett."
Und sie haben sich was vorgenommen: Stephen Sondheims "Company" sei ein sehr intellektuelles und schwieriges Stück, musikalisch deutlich anspruchsvoller als "Footloose" aus dem vergangenen Jahr, so Heine weiter. Bezüglich der Premiere ist sie aber zuversichtlich: "Wir haben das Stück nach dem Cast ausgesucht und arbeiten sehr konzentriert." Mit "wir" meint sie neben den Studenten übrigens den musikalischen Leiter Dominik Hormuth, die Choreographin Juliane Hollerbach und sich. Durch eine neue Mikrofonanlage könne man außerdem endlich auch den Gesang besser rüberbringen oder, wie Stephanie Heine zu ihren Studenten sagt, "an das Publikum senden".
Auf eine große Lichtshow hingegen müssen die Empfänger in der Mensabar aus technischen Gründen wohl verzichten. Statt dessen halte das Stück aber zahlreiche Überraschungen bereit. So musste für die Proben sogar extra ein Kampfsporttrainer der Freiburger Turnerschaft hinzugezogen werden. Für was, wird aber noch nicht verraten.
Für Graziana Kastl ist die Pause nun auch offiziell vorbei. Genauso wie der Gedanke an die Hausarbeit, die sie noch schreiben muss. Die Proben kosten viel Freizeit. Jetzt geht es erstmal zurück auf die Bühne. Zurück zu den Ansagen von Stephanie Heine. Es geht ums Stampfen. Lautlos. Gar nicht so einfach. "Wir machen das gleich noch einmal!"
"Company": Mensabar, Rempartstraße 18, Premiere: 7. Mai, 20.30 Uhr. Weitere Vorstellungen: 8./9., 21. bis 23. Mai, 18. bis 20. Juni jeweils 20.30 Uhr. Außerdem: 15. Mai Studentensiedlung, 1. Juli Ebneter Kultursommer und 14. Juli Theater Freiburg, da jeweils um 20 Uhr. Eintritt 13 Euro, Studierende 9 Euro.
Autor: Alexander Preker
