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07. Februar 2010 17:18 Uhr

Hochseilartistik

Johann Traber bricht eigenen Geschwindigkeitsrekord

Schneller und höher: Der Hochseilartist Johann Traber hat auf der Freiburger Messe einen neuen Rekord aufgestellt. Er fuhr mit einem Auto 120 Meter über ein Doppelseil – und sorgte beim Publikum für gespannte Stille.

  1. Johann Traber knackt seinen eigenen Geschwindigkeitsrekord. Foto: Michael Bamberger

Sonntagnachmittag, 15 Uhr, Messegelände: Der Hochseilkünstler Johann Traber will seinen eigenen Guinness-Rekord brechen und mit einem normalen Ford Fiesta 20 Meter über dem Boden so schnell wie möglich fahren. Bisher liegt der Rekord bei 15 km/h, aufgestellt in Stuttgart im Jahre 2004.

Doch bevor der Meister selbst aufs Seil steigt, ist seine Tochter Anna an der Reihe.


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Nur mit einem dünnen Seil gesichert klettert sie einen 42 Meter hohen Mast empor. "Bei diesem Wetter ist das Material besonders nass", heizt der Moderator den Zuschauern auf der 25. Freiburger "Automobil" weiter ein. Alle Blicke richten sich in den wolkenverhangenen Himmel, dem Anna Traber immer näher kommt. Als sie am Ende des Mastes ankommt und die flatternde Fahne in die Hand nimmt, schwingt das Metall bedenklich.

Doch die junge Frau treibt das Spektakel auf die Spitze, klettert noch höher und stellt sich freihändig auf den höchsten Punkt – begeisterter Applaus!

Nach einem kurzen Intermezzo auf dem Motorrad hat sich Johann Traber warm gefahren. Das Oberhaupt der traditionellen Vogtsburger Artistenfamilie, die seit 1799 ununterbrochen Vorstellungen liefern, lässt sich mit einer Hebebühne in die Höhe fahren.

Im Fokus Dutzender Kameras klettert er in den regulären Ford Fiesta, der bereits auf dem 20 Meter hohen Seil steht. Ein kurzes Hupen, Licht an – und Gas! Trabers Ziel: den eigenen Geschwindigkeitsrekord von 15 km/h brechen, den er 2004 auf dem Stuttgarter Fernsehturm aufgestellt hat.

Hupend zum Rekord

Die erste Fahrt war erfolgreich, genügt Traber aber noch nicht. Während das Fahrzeug langsam zurückrollt, ist es so still, dass man nur den Motor leise brummen hört. Abermals ein Hupen, dann tritt er noch einmal aufs Pedal – 37,3 km/h, wie der Freiburger Sachverständige Ulrich Löhle mit zwei verschiedenen Messtechniken später ermittelt.

Nachdem der Rekordversuch gebrochen ist, klettert Johann Traber souverän aus dem Fahrzeug und bedankt sich herzlich: "Liebe Freiburger, ich bin mit Herz und Seele Kaiserstühler. Ich komme aus der schönsten Gegend Deutschlands." Dass die Stunts nicht ungefährlich sind, zeigte der Absturz seines Sohnes, Johann Traber Jr., vor drei Jahren in Hamburg. Der damals 22-Jährige überlebte den Unfall nur knapp – am Sonntag unterstützte er seinen Vater vom sicheren Boden aus.



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Autor: Steve Przybilla