Klinikpersonal – ein Riesenpool an Energieverbrauchern

Elisa Miebach

Von Elisa Miebach

Mo, 19. Dezember 2016

Freiburg

Mit einer Energiesparfibel für Krankenhausmitarbeiter will man an Freiburgs Kliniken die Energieverschwendung stoppen.

Mit einem kleinen Büchlein erhalten die Mitarbeiter der Freiburger Krankenhäuser demnächst Tipps zum Energiesparen. Die Ratschläge sind einfach: Mit dem Rad zur Arbeit fahren, die Fenster nicht ständig auf Kipp lassen, nicht alles ausdrucken, Müll trennen, besser Leitungswasser statt Mineralwasser trinken und wenn man geht, Licht, Heizung und PC ausschalten.

Die Initiatoren erhoffen sich viel von den kleinen Schritten jedes Einzelnen. "Die Medizin gehört zu den größten Umweltverschmutzern, die es gibt", sagt Franz Daschner von der Stiftung viamedica, die das Projekt mit umgesetzt hat: "In deutschen Krankenhäuser arbeiten rund 1,1 Millionen Menschen, ein Riesenpool von Menschen, die Energie verbrauchen." 3000 Fibeln werden jetzt in Freiburg verteilt. Unterstützt wurde das Projekt auch von der Stadt Freiburg. Die Mittel kommen aus dem Klimaschutztopf, der aus den Abgaben der Energieversorger finanziert wird.

Das Projekt wurde von der bundesweiten Initiative "KLIK-Klimamanager für Krankenhäuser" angestoßen, an der die Universitätsklinik, die AKK-Kliniken und das Diakoniekrankenhaus in Freiburg teilnehmen. In den drei Jahren Projektlaufzeit hätten die Freiburger Kliniken rund 1800 Tonnen CO2 eingespart, so Markus Loh von der Stiftung viamedica. Zum Beispiel seien LED Lampen eingebaut worden, die Uniklinik habe ein Elektroauto für ihren Fuhrpark angeschafft und das Lorettokrankenhaus schalte bei Nichtbenutzung die Lüftungen im OP ab. Das Projekt KLIK endet 2016, doch im Januar möchten sich die drei Kliniken neue Ziele für das Jahr 2017 erarbeiten. Es entstanden bereits über das Projekt KLIK eigene Initiativen in den drei Freiburger Kliniken – wie etwa die Klimafibel.

Gerda Stuchlik, Umweltbürgermeisterin der Stadt Freiburg, freut sich über das Projekt, fordert aber auf, jetzt nicht nachzulassen: "Es ist nicht so, dass man die Fibel einmal verteilt, sondern man muss das immer wieder kommunizieren."

15 Millionen Euro gibt allein die Freiburger Uniklinik jährlich für den Energiebedarf aus, so Bernd Sahner, Leiter der Uniklinik. Und pro Jahr benötige ein Patientenbett im Krankenhaus genauso viel Energie wie ein oder zwei Einfamilienhäuser, sagt Daschner von der viamedica Stiftung. Während ein Mensch zu Hause pro Tag ein, zwei Kilogramm Müll und etwa 120 Liter Wasser verbrauche, kommt ein Patientenbett auf bis zu sieben Kilogramm Müll und 180 Liter Wasser, erläutert Daschner. Ein Krankenhaus brauche natürlich mehr Ressourcen, doch es könne mehr gespart werden, da sind sich die Initiatoren einig. "Wir gehen mit den Ressourcen, die uns etwa auf der Arbeit zur Verfügung gestellt werden anders um als zu Hause", so Sahner. Deshalb sollen die Mitarbeiter nun noch stärker sensibilisiert werden. Auch Plakate mit Sprüchen wie "Der Letzte macht das Licht aus" werden aufgehängt. Die Fibel soll einfache Anregungen geben, die wenig Zeit kosten. Und das Büchlein besteht natürlich aus Ökopapier und Ökofarben.