Münstermarkt

FWTM ehrt die treuesten Marktbeschicker

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Mi, 12. April 2017

Freiburg

Der Münstermarkt gehört zu den Attraktionen für Touristen, ist aber vor allem dazu da, die Menschen mit Lebensmitteln aus der Region zu versorgen. Viele Marktbeschicker übernehmen diese Aufgabe schon seit Jahrzehnten, teilweise täglich und auch bei widrigsten Wetterbedingungen.

Seit 2009 ehrt die für den Markt zuständige Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe (FWTM) die Jubilare unter den Beschickern, um ihnen persönlich für ihr Engagement zu danken.

"Für mich fühlt sich das nicht an wie Arbeit, sondern fast ein bisschen wie Urlaub", sagt Patrick Woehrling. Seit etwa einem halben Jahr fährt er jeden Samstag aus dem Elsass nach Freiburg und verkauft für "Le Panier Nature" französischen Bio-Käse, Baguette und Croissants auf der Südseite des Münsterplatzes. Seine Frau Michèle hat das zuvor seit 20 Jahren gemacht, doch jetzt führt sie einen Salon de Thé in Rouffach. Auf dem Weg zur Ehrung im Historischen Kaufhaus sei sie ein bisschen wehmütig geworden, erzählt die 56-jährige Französin, "aber vielleicht komme ich ja in zehn Jahren wieder auf den Markt, wenn ich in Rente gegangen bin".

Für FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann, der den Marktbeschickern zusammen mit Messe-Chef Daniel Strowitzki und Tourismus-Chefin Franziska Pankow Urkunden, Blumen und Konzertgutscheine überreichte, stehen der Käsestand der Woehrlings und die drei weiteren Beschicker aus Frankreich für die "offene Europastadt" Freiburg und zeigen "die Verbundenheit über die Grenzen hinweg".

Ökologische Lebensweise in bester Form umgesetzt

Der Großteil der Beschicker hat allerdings keinen langen Anfahrtsweg. "Hier wird die ökologische Lebensweise in bester Form umgesetzt", sagte Wirtschaftsförderer Dallmann. Nachdem in den vergangenen Jahren häufig der Großteil der Jubilare aus Eichstetten kam, lag diesmal Denzlingen vorn. Von dort kommt auch Gerhard Nübling, der bereits seit 45 Jahren auf der Nordseite sein eigenerzeugtes Obst und Gemüse verkauft und damit Spitzenreiter ist. Drei Marktbeschicker wurden zudem für 40-jährige Treue ausgezeichnet: Angelika und Markus Hanser aus Freiburg, die Blumen und Korbwaren anbieten, Ludwig Hämmerle aus Oberwinden (Schwarzwälder Spezialitäten) und Obst- und Gemüsebauer Helmut Nübling aus Denzlingen.

Während die FWTM inzwischen weiß, seit wann welche Marktbeschicker jede Woche auf den Platz rund ums Münster kommen, sind die durchschnittlichen Besucher noch ein Rätsel. Woher kommen sie, sind sie eher Touristen oder Einheimische? Wie ist der Anteil von Frauen und Männern? Wie alt sind sie? Und kommen sie vor allem, um Wurst zu essen, um Obst und Gemüse zu kaufen oder lockt sie das Kunsthandwerk an? Alle diese Fragen will die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt demnächst durch eine Umfrage unter den Besuchern klären lassen, wie Dallmann bei der Feierstunde ankündigte.

"Sie machen den Markt mit ihrem Einsatz zu etwas Einmaligem", lobte der FWTM-Chef die Marktbeschicker, "ohne sie wäre es nur ein wunderschöner Platz." Eine Besonderheit sei auch, dass es den Münstermarkt täglich gebe, was in dieser Form in Deutschland einzigartig sei. Auch in Frankreich ist das nicht üblich, berichtet Michèle Woehrling, "und das Ambiente ist toll, hier ist mehr Leben in den Straßen als bei uns."