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25. Mai 2010

Leiharbeit verdrängt reguläre Stellen

Aktionsbündnis setzt sich für die Abschaffung ein.

  1. Demo am Bertoldsbrunnen gegen Leiharbeit. Foto: Michael Bamberger

Leiharbeit? In Freiburg ein großes Thema, findet das "Aktionsbündnis Leiharbeit abschaffen". Seit zwei Jahren treffen sich in der zurzeit rund 20-köpfigen Gruppe jeden Monat auch einige, die selbst mit Leiharbeit Erfahrung haben. Und immer wieder gehen sie an die Öffentlichkeit – so wie am Samstag bei einer Kundgebung am Bertoldsbrunnen.

Die Redner warnten vor einer immer stärkeren Verdrängung regulärer Arbeitsstellen durch Leiharbeit. Seit 1999 seien in Freiburg 2000 Stellen in meist schlecht bezahlte, unsichere Leiharbeitjobs umgewandelt worden. Die Arbeitsagentur stelle die Vermittlung Erwerbsloser in Leiharbeit als Erfolgsgeschichte dar, setze zunehmend darauf und übe Druck aus – weil, wer mit Arbeitslosengeld II lebt, Kürzungen riskiere, wenn er sich der Linie der Arbeitsagentur verweigere.

Nach den Informationen des "Aktionsbündnis’ Leiharbeit abschaffen" gibt’s in Freiburg derzeit rund 4000 Leiharbeiter(innen) und zwischen 30 und 40 Leiharbeitsfirmen. Die größten seien unter anderem Randstad, Tuja, Adecco und Persona-Service. Deren Gewinne seien riesig, kritisierten die Redner, ihre "Kunden" dagegen würden zum Teil mit Löhnen abgespeist, von denen sie nicht leben könnten. Im Vergleich zu ihren regulär angestellten Kollegen verdienten Leiharbeiter im Schnitt 30 bis 50 Prozent weniger – und das, obwohl sie deutlich flexibler sein müssten.

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Autor: anb