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24. August 2009
LEUTE
Über alle Berge bis zum
heiligen Antonius
Er hat oft und immer viel gesprochen, Erich Möck, der Unternehmenssprecher des Energieversorgers Badenova. So ein Vollblutjournalist kann nicht allein mit einer feucht-fröhlichen Abschiedsfeier aus dem Vollgasbetrieb in den Vorruhestand abdampfen. Deswegen hat sich der Pressemann noch eine große und vor allem hohe Aufgabe gestellt. Er will zusammen mit vier Kollegen und Freunden von Freiburg aus über die Alpen bis nach Padua in Venetien fahren –von Anfang an auf dem Fahrrad. Seine fast 900 Kilometer lange Abschiedstour hat für die fünf Radsportler am Samstagmorgen begonnen. In sieben Tagen wollen die Alpencrosser in Freiburgs Partnerstadt ankommen und dort mit Opfingens Alt-Ratsschreiber und Italiens SolarMarkt-Präsident Carlo Alberti mindestens eine Riesenportion Spaghetti verspeisen.
Mit von der schweißtreibenden Radpartie über den Hochschwarzwald, den Arlberg- und Reschenpass sind langstreckenerfahrene Pedalisten: Badenova-Produktionsleiter Hans-Martin Rogg, die Freiburger Journalisten Franz Dannecker und Karl-Heinz Zurbonsen sowie Lörrachs Ex-Chefzöllner Roland Bähr, der alleine schon den Jakobsweg von Denzlingen bis nach Santiago de Compostella in Nordspanien abgefahren ist. Eigentlich wollte das Quartett den Frühpensionär mit einer Fahrt nach Andalusien verabschieden. Diesen Plan musste Hans-Martin Rogg knicken: "Ich radle dieses Jahr nach Padua, weil Granada zu weit war!" Und der mallorcaerfahrene BZ-Redakteur Franz Dannecker sprintet mit, weil er Erich "nicht im Stich lassen" und "erstmals Padua entdecken" möchte.
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Als Presse- und Unternehmenssprecher war Erich Möck 1989 zum damaligen kommunalen Energieversorger FEW gekommen. 20 Jahre später ist er mit einem Wasserfest von der Badenova in den Vorruhestand verabschiedet worden. Möcks Rückzug aufs Altenteil hat nichts mit Berufsmüdigkeit zu tun, eher mit den Gegensätzen, die sich in "seinem" Unternehmen, insbesondere im Vorstand, entwickelt haben. Vor diesen Widerständen kapitulierte der "Überzeugungstäter" – zum ersten und wahrscheinlich zum letzten Mal. Der gelernte Journalist aus dem Schwäbischen hatte vor seiner Zeit im städtischen Energieunternehmen zunächst für den "Schwarzwälder Boten" und danach mehr als zehn Jahre für den "Südkurier" in St. Georgen, Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gearbeitet sowie auch kurz ins "Freiburger Stadtradio" (1984 bis 1986) hineingeschnuppert. Warum radelt er jetzt gerade nach Padua? "Internationale Partnerpflege kann man nie genug betreiben", lautet Möcks Erklärung, der als Fußballer aus dem schwäbischen Ofterdingen vergeblich und, wie er weiß, "nur wegen unglücklicher Verletzungsprobleme" auf einen Profivertrag in der italienischen Serie A hoffte. Jetzt wolle er die "italienischen Momente" eben rekonvaleszierend auf dem Sattel als Rentner nachholen. Außerdem winke in Padua neben dem heiligen Antonius ein "Tannenzäpfle", da die Staatsbrauerei Rothaus dort ihren italienischen Vertriebsstandort betreibe. Der wirkliche Grund für seinen Padua-Trip: Er will seinem früheren Kollegen Karl-Heinz Zurbonsen auf den Alpenpässen endlich einmal zurufen: "Quäl dich, du Sau!"
Autor: MBC
