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07. Oktober 2010

Neue Rotteckring-Pläne: Mehr Bäume und mehr Sitze

Die Stadtverwaltung stellt heute Abend die geänderten Pläne für den Rotteckring vor.

  1. Das Platzhaus (links) und die Steinmauern sind den Änderungswünschen des Gemeinderats zum Opfer gefallen. Foto: visualisierungen: www.gd90.de

  2. Ganz schön grün geworden ist der aktuelle Entwurf für die Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge. Im Hintergrund sind Theater (rechts) und neue Uni-Bibliothek zu sehen. Statt Steinmauer gibt es nun Podeste zum Sitzen. Foto: Abdruck nur mit Nennung des Urhebers: Markus Dold, www.gd90.de

Mehr Bäume, zusätzliche Sitzgelegenheiten und kein Platzhaus mehr: Heute Abend stellt die Stadtverwaltung die überarbeiteten Pläne zur Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge und des Rotteckrings öffentlich vor. An den ursprünglichen Plänen hatte sich im vergangenen Sommer heftige Kritik entzündet. Darauf hin beschloss der Gemeinderat einige Änderungen.

Wenn Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) und sein Stellvertreter, Finanzbürgermeister Otto Neideck (CDU), gemeinsam auf einer städtischen Veranstaltung zugegen sind, dann muss sie wichtig sein. Und das ist sie: Sie ist der Auftakt der Bürgerbeteiligung für einen Meilenstein in der Stadtentwicklung. Der Umbau des Platzes der Alten Synagoge (4,4 Millionen Euro) und des Rotteckrings (7 Millionen Euro) wird Freiburg verändern. Zumal noch eine Tramtrasse für knapp 31 Millionen Euro geplant ist, die größtenteils von Bund und Land finanziert werden soll.

Die neue Uni-Bibliothek funktioniert nur mit einem ebenerdigen Platz davor

Die Zeit drängt. Denn die futuristische Uni-Bibliothek soll im Jahr 2013 wieder geöffnet werden – und sie funktioniert nur mit einem ebenerdigen, autofreien Platz davor. Der ist mit 130 auf 130 Meter der zweitgrößte in Freiburg – nur der Münsterplatz ist größer. Deshalb haben Stadtverwaltung und Gemeinderat einen Architektenwettbewerb ausgelobt, den im Oktober 2006 der Freiburger Architekt Volker Rosenstiel und der Freiburger Landschaftsarchitekt Martin Schedlbauer (Faktorgrün) gewonnen haben. Der urbane Platz, den das Duo entworfen hat, stieß nicht nur auf Zustimmung. Kahl, leer, Radlerrennstrecke, Steinwüste, lautete die Kritik. Als dann auch noch der renommierte Freiburger Meteorologe Helmut Mayer von einem Backofen sprach, der dem Klimawandel nicht angemessen sei, reagierte der Gemeinderat.

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Ende Juli verlangte er Änderungen an den Plänen, denen schließlich das Platzhaus zum Opfer fiel. "Die Stadt verliert dadurch einen Erlebnisbereich", sagt Architekt Volker Rosenstiel. "Die Ecke wird auch künftig von den Menschen genutzt werden wie heute." Vielleicht, meint sein Kollege Martin Schedlbauer, "hätten wir früher über die Gestaltung dieses Platzhauses reden sollen." Und so ganz hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass solch ein Element doch noch realisiert werden könnte. Ansonsten ist an dem weiter entwickelten Entwurf eines herausragend: Bäume. "Wir haben das Maximum an Grün erreicht", glaubt Schedlbauer. "Das soll ja ein städtischer Platz werden und kein Park."

Nun sollen einige Platanen erhalten werden, was aufgrund des Gefälles ein Problem freilegt: nämlich deren Wurzeln. Aus der Not machten die Planer eine Tugend, indem sie um die Bäume eine Art Podest installieren, auf das man sitzen kann. Diese Podeste ersetzen auch die bislang geplanten Steinmauern aus Granitplatten. Noch mehr Bäume an der Bertoldstraße sind den städtischen Fachämtern zufolge nicht möglich, weil im Untergrund zu viele Leitungen verlegt sind.

Das Gefälle ist nicht nur für Landschaftsarchitekten, sondern auch für Ingenieure eine Herausforderung. Wie der Platz bei Platzregen entwässert wird, machte dem Universitätsbauamt Sorge. Denn bislang sorgte der Bordstein dafür, dass das Regenwasser um die Bibliothek herumfließt, wenn die Gullys überlaufen. Das Garten- und Tiefbauamt sieht dieses Problem inzwischen gelöst.

Nach der Präsentation der Entwürfe heute Abend sind laut Pressestelle der Stadtverwaltung noch weitere Informations- und Diskussionsabende geplant. Dabei sollen auch Anwohner, Vereine, betroffene Institutionen wie Theater und Universität zu Wort kommen.

Bürgerinformation zur Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge am Donnerstag, 7. Oktober, ab 20 Uhr, im Historischen Kaufhaus. Weitere Informationen unter http://www.freiburg.de/Rotteckring

Autor: Uwe Mauch