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26. März 2011

"Menschliches Miteinander"

DREI FRAGEN AN Heinz Ratz über seine Deutschlandtour zugunsten von Flüchtlingen .

  1. Heinz Ratz Foto: Privat

Durch seine "Tour der 1000 Brücken" will der Sänger und Dichter Heinz Ratz auf den unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen aufmerksam machen. Dazu fährt er mit seinem Fahrrad knapp 7000 Kilometer quer durch Deutschland, besucht Flüchtlingslager und gibt Konzerte. Das eingenommene Geld wird den Flüchtlingen gespendet. Andreas Eder sprach mit dem 42-jährigen Halbperuaner, der am Dienstag in Freiburg auftritt.

BZ: Herr Ratz, jeden Tag verbringen sie mehrere Stunden auf dem Fahrrad, abends geben Sie Konzerte. Wie schaffen Sie das überhaupt?
Heinz Ratz: Also, das kostet natürlich schon sehr viel Energie. Das Fahrradfahren und abends auf der Bühne stehen – das ist gar nicht so schlimm. Die sportliche Aktivität ist ja auch sehr gesund, wir vergessen oft, dass der Körper genau dafür geschaffen ist und nicht um stundenlang im Büro zu sitzen. Täglich verbringe ich etwa fünf bis sechs Stunden auf dem Rad, dann besuche ich ein Flüchtlingslager und abends geb’ ich ein Konzert. Anstrengend ist vor allem die ganze Organisation der Tour, nach den Auftritten muss ich oft noch die vielen E-Mails beantworten und meine nächsten Konzerte vorbereiten.

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BZ: Sie nennen ihre Aktion "Tour der 1000 Brücken". Wie kamen Sie auf diesen Namen, was steckt dahinter?
Ratz: Naja, zunächst einmal fahre ich ja so viel Fahrrad, dass ich bestimmt mehr als 1000 Brücken während meiner Reise überquere. Die Brücke hat aber auch symbolischen Charakter. Sie verbindet Grenzen und Menschen miteinander und steht für Freundschaft und Verbundenheit. Genau darum geht es mir ja bei meiner Tour: Einen respektvollen und menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen erreichen. Wir müssen wieder ein menschliches Miteinander hinbekommen.
BZ: Wie nehmen denn die Menschen Ihre Tour auf? Berichten Sie doch mal von Ihren Erlebnissen.
Ratz: Die Flüchtlinge, die ich treffe und die meine Konzerte besuchen, leben in extremen Verhältnissen. Das sind zum Teil furchtbare Zustände. Meistens wohnen sie auf engstem Raum zusammen und dürfen noch nicht mal Deutsch lernen. Die anderen Konzertbesucher wissen oft gar nichts über diese Zustände und sind, sobald sie davon erfahren, sehr betroffen. Besonders schön ist es für mich immer, wenn die Flüchtlinge die Genehmigung bekommen auf meine Konzerte zu gehen. Manchmal spielen sie auch mit mir zusammen. Es macht mir außerdem großen Spaß, Leute zu treffen. Jeden Tag lerne ich hundert neue Menschen kennen.

Am Dienstag, 29. März, spielt Heinz Ratz mit seiner Band "Strom und Wasser" im Vorderhaus, Habsburgerstraße 9. Der Kabarettist Jess Jochimsen und der Berliner Liedermacher Manfred Maurenbrecher stehen ebenfalls mit auf der Bühne. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 11,55 Euro im Vorverkauf beim BZ - Karten-Service, Bertoldstraße 7, Tel. 0761/496 8888.

Mehr Informationen zur Tour: http://1000bruecken.de/

Autor: bz