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23. Juni 2012

Mieter stellen der Freiburger Stadtbau ein gutes Zeugnis aus

Mieter stellen städtischer Wohnungsgesellschaft gutes Zeugnis aus / Defizite bei der Sauberkeit und in der Mängelbeseitigung.

  1. Mit ihrem Wohnumfeld sind nicht alle Mieter der Stadtbau zufrieden. Die Einweihung des Else-Liefmann-Platzes in Weingarten vor einer Woche ließ schon mal die eine oder andere vor Freude tanzen. Foto: Ingo Schneider

Mit ihrer Wohnsituation grundsätzlich zufrieden oder gar sehr zufrieden sind 85 Prozent der Mieter der Freiburger Stadtbau. Die Wohnung selbst erreicht 80 Prozent (Sehr)Zufriedenheitsquote und wird positiver bewertet als das Umfeld. Die Höhe der Miete, meist im Mittelpunkt der politischen Diskussion, spielt indes kaum eine Rolle. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor. Weniger gut weg kommt die städtische Wohnungsgesellschaft, wenn nach schneller Mängelbeseitigung gefragt wird. Stadtbau-Chef Ralf Klausmann verspricht Abhilfe.

Erstmals hat die Stadtbau ihre Mieter um deren Meinung gebeten. 1000 der rund 8000 Haushalte sind vom Hamburger Forschungsinstitut Gewos befragt worden, das auch den aktuellen Mietspiegel für Freiburg erstellt hat. Die Gewos GmbH hat ähnliche Studien bereits für Hunderte Wohnungsunternehmen erstellt. Die Stadtbau, so heißt es in einer Mitteilung, liege mit ihrer 85-prozentigen Zufriedenheit der Wohnsituation um fünf Prozentpunkte über dem Durchschnitt.

Drei Viertel der Mieter wohnen in Ein- oder Zweipersonenhaushalten. 46 Prozent sind im Ruhestand, 21 Prozent haben einen Vollzeitjob, 9 Prozent sind arbeitslos. Ein Drittel der Befragten mietet die Wohnung schon 20 Jahre oder länger – unter den Senioren sind es mehr als die Hälfte. Im Durchschnitt leben 2,1 Personen in einer Wohnung.

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Mit der Wohnsituation sehr unzufrieden sind nur drei Prozent, zwölf Prozent sind eher unzufrieden. "Dieses gute Ergebnis freut uns natürlich und spornt uns an", sagt Ralf Klausmann. Überrascht hätten ihn die Zahlen gleichwohl nicht.

Mit ihrer Wohnung (sehr) zufrieden sind 80 Prozent (siehe Grafik), mit dem Gebäude hingegen 68 Prozent und mit dem Wohnumfeld nur 67 Prozent. Die Unzufriedenheit mit Nachbarschaft, Sauberkeit, Ordnung spielt bei jenen, die beabsichtigen irgendwann auszuziehen (30 Prozent der Haushalte), die entscheidende Rolle. Das gilt vor allem für Familien. Das passt zu dem Ergebnis, dass nur die Hälfte der Befragten der Ansicht sind, die Stadtbau beseitige schnell Mängel; und nur ein starkes Drittel meint, ihr Vermieter kontrolliere regelmäßig auf Schäden und Sauberkeit.

An diesem Punkt will Stadtbau-Chef Klausmann ansetzen. Die beauftragten Handwerker und Dienstleister sollen stärker in die Pflicht genommen werden, wobei ein neues Softwaresystem mit elektronischer Mängelerfassung helfen soll. Außerdem plant er regelmäßige Quartiersbegehungen. SPD-Stadtrat Walter Krögner, der im Aufsichtsrat der Stadtbau sitzt und als besonders kritisch gilt, will über mehr fest angestellte Hausmeister nachdenken. Ein besseres Wohnumfeld könnte auch Aufgabe von Sozialpädagogen der Quartiersarbeit sein. Klausmann sieht hier vor allem die Politik gefordert.

Auf der Wunschliste der Befragten ganz oben stehen Modernisierungen, Reparaturen Sauberkeit und schnelleres Reagieren auf Beschwerden. Manche Mieter, so die Erkenntnis der Stadtbau, wünschten eine gleichmäßigere Durchmischung von Nationalitäten und Kulturen. Lob gibt es für die für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vier Mieterbüros vor Ort und in der Verwaltung in der Zentrale sowie für die verständlichen Informationen für die Mieter.

Autor: Uwe Mauch