Mit dem ersten Abriss beginnt der Neubau des Freiburger Justizzentrums am Holzmarkt

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Di, 13. März 2018

Freiburg

Die Chance ließ sich Finanzministerin Edith Sitzmann nicht nehmen: Wenn der Bagger schon einmal da stand, wollte sie auch ans Steuer – und selbst das nächste größere Bauprojekt des Landes in Freiburg einläuten: den Neubau des Justizzentrums am Holzmarkt. Der begann am Montag mit dem Abriss eines ersten Gebäudes im Hof des Amtsgerichts.

FREIBURG-INNENSTADT. Die Chance ließ sich Finanzministerin Edith Sitzmann nicht nehmen: Wenn der Bagger schon einmal da stand, wollte sie auch ans Steuer – und selbst das nächste größere Bauprojekt des Landes in Freiburg einläuten: den Neubau des Justizzentrums am Holzmarkt. Der begann am Montag mit dem Abriss eines ersten Gebäudes im Hof des Amtsgerichts.

Das alte Lagerhaus an der Luisenstraße leistete den Bauarbeitern wenig Widerstand: Schon am Mittag ragten nur noch Grundmauern und ein paar Fachwerkbalken in den Himmel. Als Nächstes muss das benachbarte alte Gefängnis weichen, das am südlichen Rand des Areals an den Paulussaal grenzt. Hier, umgeben von den historischen Gebäuden von Amtsgericht, Jugendgericht und Staatsanwaltschaft, soll ein Neubau entstehen. Ziel des lange geplanten Projekts: mehr Platz – und mehr Sicherheit. Heute finden aus Raumnot Verhandlungen oft in den Dienstzimmern der Richter statt; künftig sollen diese und die öffentlich zugänglichen Verhandlungsräume klar getrennt werden.

"Ich bin froh, dass wir den ersten Bauabschnitt jetzt auf den Weg bringen konnten", sagte Sitzmann. 22 Millionen Euro habe das Land dafür bereitgestellt, "plus Risikozulage – bei so alten Gebäuden weiß man nie, was man findet."

Wenn alles gut geht, stehe der Neubau im Sommer 2021. Der öffentliche Zugang zum Justizzentrum soll an der Kaiser-Joseph-Straße auf Höhe der Straßenbahnhaltestelle liegen. Die bisherigen Eingänge am Holzmarkt werden dann laut Plan nur noch von Mitarbeitern genutzt.

Weil der Platz nicht reicht, sind Abteilungen des Gerichts in der Stadt verteilt: Das Betreuungsgericht etwa liegt an der benachbarten Wallstraße, das Nachlassgericht am Fahnenbergplatz, das Registergericht an der Bismarckallee. Sie werden wieder an den Holzmarkt ziehen: "Deshalb heißt es Justizzentrum", so Sitzmann. In weiteren Bauabschnitten sollen das Jugendgericht durch einen Neubau ersetzt und die historischen Gebäude an Holzmarkt und Kaiser-Joseph-Straße saniert werden. Einen Zeitplan wollten Sitzmann und Karl-Heinz Bühler vom Landesamt Vermögen und Bau nicht nennen.

Den jetzigen Bauarbeiten seien "schwierige, aber konstruktive Gespräche" mit den Nachbarn vorausgegangen, so Bühler. Zum Teil reichten Bau-Anker unter deren Grundstücke. Auch für die Mitarbeiter waren die Vorbereitungen aufwendig: Um trotz Bauarbeiten im Innenhof arbeiten zu können, seien etwa 70 Richter und Justizangestellte in außen liegende Büros umgezogen. Die dort vorher arbeitende Staatsanwaltschaft ist bereits in das Telekom-Gebäude an der Berliner Allee gezogen. Und um die Säle zum Hof zumindest gelegentlich nutzen zu können, haben Gericht und Bauarbeiter einen Deal gemacht: Montags kommen keine schweren Maschinen zum Einsatz. Außer die Ministerin steigt in den Bagger.