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21. Dezember 2011

Einweihung

Mülldeponie Eichelbuck - Freiburgs größte Solaranlage

Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen: Seit Dienstag ist Freiburgs größte Solaranlage am Netz.

  1. Freiburgs größte Solaranlage liefert künftig von der einstigen Mülldeponie Eichelbuck aus Strom – und zwar für 1000 Haushalte. Foto: Ingo Schneider

  2. Symbolisch an die Steckdose angeschlossen (von links): Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik, OB Dieter Salomon, ASF-Chef Michael Broglin, Regierungspräsident Julian Würtenberger. Foto: Ingo Schneider

Die Deponie werde damit zu einem echten "Energieberg", hieß es bei der Eröffnungsfeier: Einweihungsgäste aus Politik und beteiligten Unternehmen lobten die neue Anlage als wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hatte sich angekündigt, um Freiburgs neues Öko-Vorzeigeprojekt persönlich einzuweihen. Doch er blieb im württembergischen Schneetreiben stecken. So musste Freiburgs Regierungspräsident Julian Würtenberger die Landesregierung vertreten – und tat das mit einem Plädoyer für erneuerbare Energien.

Gerade vorbelastete Flächen wie alte Deponien eigneten sich hervorragend als Standorte für Solaranlagen und trügen so zum Ziel bei, den Solarstromanteil im Land von derzeit drei Prozent bis ins Jahr 2020 auf zehn Prozent zu steigern. Würtenberger sprach sich dagegen aus, die Solarförderung zu deckeln. Projekte wie die neue Anlage seien im industriearmen Freiburg auch von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung: "Es ist die Stärke der Region, dass wir das, was wir erfunden haben, auch in die Praxis umsetzen."

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Der Bau hatte unter erheblichem Zeitdruck gestanden: Nur Solaranlagen, die noch in diesem Jahr ans Netz gehen, erhalten die aktuelle Einspeisevergütung – im nächsten Jahr wird sie gesenkt. Betreiber der Anlage ist die ASF Solar, eine gemeinsame Tochter der städtischen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (ASF) und des kommunalen Energieversorgers Badenova. Die ASF war 2010 gegründet worden, um eine Solaranlage auf dem städtischen Betriebshof St. Gabriel zu errichten.

Die Solaranlage auf dem Eichelbuck ist rund fünf Mal so groß wie die bisher größte Modulfläche auf dem Dach der Freiburger Messe (siehe Infokasten). Eine besondere Schwierigkeit beim eiligen Aufbau der 223 Modultische in den letzten Wochen war die starke Neigung des 55 Meter hohen Südhangs der Deponie von bis zu 22 Grad. Außerdem durfte bei der Verankerung der Stahlpfosten im Boden die darunter liegende Deponieabdichtung nicht beschädigt werden.

"In einer dicht besiedelten und intensiv landwirtschaftlich genutzten Region kann man nicht alles machen", sagte Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon bei der Eröffnung der Anlage. Die im Mooswald versteckte Deponie sei daher als Standort geradezu ideal. Das Deponiegas des Energiebergs Eichelbuck werde schon seit einem Jahr mit Biogas aus einer Abfallvergärungsanlage der Firma Remondis gemischt und zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Die einzige kritische Anmerkung zur neuen Anlage sei die Frage: Warum nicht früher? "Aber auch naheliegende Ideen müssen erstmal gedacht werden", so Salomon. Die beiden beteiligten Partner hätten kreativ und vorbildlich zusammengearbeitet. "Das ist bei den städtischen Gesellschaften nicht immer so – aber immer öfter." Projekte wie die neue Solaranlage seien notwendig für den Atomausstieg und die Energiewende: "Wer irgendwo aussteigt, muss woanders einsteigen."

Und das gehe nur vor Ort, ergänzte Badenova-Vorstand Thorsten Radensleben: "Die Energiewende findet dezentral statt." ASF-Geschäftsführer Michael Broglin bekundete sogleich Interesse an weiteren gemeinsamen Projekten mit Badenova und konnte sogar dem wenig solaren Wetter der letzten Tage etwas Positives abgewinnen: "Sturm, starke Niederschläge, jetzt noch der Schnee – das ist der Beweis, dass die Anlage tatsächlich stehen bleibt."

FREIBURGS GRÖSSTE SOLARANLAGEN

1. Anlage Eichelbuck (ASF Solar): 17 500 Quadratmeter Modulfläche (das entspricht 2,5 Fußballplätzen), 2,5 Megawatt Leistung, reicht für etwa 1000 Haushalte.

2. Anlage auf den Freiburger Messehallen (SAG Solarstrom AG), 3540 Quadratmeter Modulfläche, 0,441 Megawatt, installiert im Oktober 2000.
3. Anlage städtischer Betriebshof St. Gabriel (ASF Solar): 2644 Quadratmeter Modulfläche, 0,366 Megawatt, installiert im Jahr 2010.

4. Badenova-Stadiondach (Badenovatochter Regiosonne, Fesa, SAG): 2000 Quadratmeter Modulfläche, 0,25 Megawatt, installiert 2004.  

Autor: thg

Autor: Thomas Goebel