Stinkende Toiletten

MÜNSTERECK: Erstaunlich leidensfähig

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Do, 18. Dezember 2014

Freiburg

Toiletten wie aus den 50er Jahren, die auch noch genau so riechen: Für die Kinder der Adolf-Reichwein-Schule ist das seit Jahren eine Zumutung. Manche verzichten lieber aufs Trinken und verkneifen sich den Klogang, bevor sie an die Pinkelrinne stehen – dass es so etwas überhaupt noch an Schulen gibt, ist mindestens ebenso erstaunlich wie die Leidensfähigkeit von Lehrern und Schülern. Die war jetzt offensichtlich am Ende. Sicher, auch anderen Schulen stinken die Toiletten, und sie sind auch keine Freiburger Spezialität. Auch kann man der Stadtverwaltung nicht vorwerfen, sie tue zu wenig für die Schulen. 200 Millionen Euro sind in den vergangenen sieben Jahren in die maroden Gebäude geflossen. Doch die Zustände in der Weingartener Schule sind seit Jahren untragbar. Da stellt sich die Frage, ob in früheren Haushaltsdebatten die Prioritäten richtig gesetzt wurden. Kaum vorstellbar, dass solche Toiletten im Rathaus oder einem Gymnasium in Herdern über längere Zeit hingenommen würden. Das städtische Gebäudemanagement will nun im kommenden Sommer zumindest für neue sanitäre Anlagen sorgen. Dass der Gemeinderat zustimmt, dürfte Formsache sein. Und eines haben die Kinder immerhin gelernt: Wie man für sein Anliegen wirbt, politische Unterstützung holt und mediale Beachtung findet.