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28. März 2009

Zug mit schwerem Gepäck

MÜNSTERECK: Innehalten und Begreifen

Wo sonst die Höllentalbahn auf Gleis 8 die drahtigen Langläufer schluckt und in den Schwarzwald trägt, wird nun für vier Tage eine Dampflok mit einigen Waggons dahinter stehen. Hier geht’s nicht zu spätwinterlichem Freizeitspaß, sondern zu ungewöhnlichem Innehalten und Begreifen. Ein unglaubliches und sinniges Unterfangen findet in Freiburg statt: Der Zug der Erinnerung macht Station am Hauptbahnhof. Diesen Zug mit hohem Anspruch und durchaus auch schwerem Gepäck scheinen die Vorstände der Bahn AG höchst unsympathisch als eine Art "Fluch der Erinnerung" zu ignorieren. Nicht komplett, versteht sich, denn immerhin ist an der rollenden Ausstellung für die Bahn Geld zu verdienen.

Erleichterung macht sich da breit, wenn von dieser unsäglichen Forderung der Bahn für den Aufenthalt in Freiburg sehr selbstverständlich die Stadt die Hälfte beiträgt. Aber während auch 18 hiesige Einrichtungen, Gruppen und Initiativen ihren wichtigen und durchaus kostspieligen Beitrag zu dieser Gelegenheit der Geschichtserfahrung und des Gedenkens leisten, erscheint die Haltung des baden-württembergischen Innenministeriums in Sachen Unterstützung schlichtweg peinlich.

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Als lehrreiche und aufklärerische Ausstellung könnte diese Unternehmung zwar sowohl unter der Überschrift "Kultur" als auch unter dem Etikett "politische Bildung" eingeordnet werden, sie jedoch als "Veranstaltung des öffentlichen Personennahverkehrs" zu bezeichnen, ist ein ungeheuerlicher Fehlgriff.

Autor: Julia Littmann