17. November 2009
Antifa-Demo am Samstag
MÜNSTERECK: Räuber und Gendarm
Wie immer in solchen Fällen geht die Wahrnehmung deutlich auseinander. Wer, wie Grünen-Stadtrat Gerhard Frey, bei der Demonstration der Autonomen am Samstagnachmittag im Polizeikessel stand, kommt zu einer anderen Einschätzung als jene, die den Einsatz leiten mussten oder zuschauten oder zwei Tage später ihr politisches Urteil vom Schreibtisch aus verfassten. Natürlich geht es um die Frage, was die Polizei tolerieren kann oder muss und wie eine erfolgreiche Strategie der Deeskalation aussieht. Darüber lässt sich im Einzelfall und vor allem hinterher immer trefflich streiten. Doch vielmehr müssen sich die Veranstalter, nämlich die so genannten Autonomen Antifaschisten (Antifa), der Frage nach ihrer Verantwortung stellen. Denn ihr Anliegen, ein Signal gegen Nazis und für den Erhalt autonomer Zentren zu setzen, teilen in Freiburg nicht wenige. Die reisenden Krawallmacher hatten jedoch alles im Sinn, aber keine friedliche Demo für eine gute Sache. Genau das war der Grund für ihre Maskerade. Nähme die Antifa ihren eigenen Anspruch ernst, würde sie sich von den Quertreibern distanzieren. So bleibt der Eindruck, dass sie wie auf einem Abenteuerspielplatz eine Variante von "Räuber und Gendarm" inszenierten. Nur nicht ganz so harmlos und ohne Spielregeln. Darauf angemessen zu reagieren, ist eine Aufgabe, der sich nicht nur die Polizei stellen muss.
Autor: Uwe Mauch