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17. August 2010

Wohnen für Geringverdiener:

MÜNSTERECK: Studentische Konkurrenz

Ob und wie viel bezahlbarer Wohnraum in einer Stadt zu haben ist, ist einerseits eine politische Entscheidung. Und es liegt andererseits im Ermessen derer, die vermieten. Klar, ist das im Ergebnis ein dickes Problem für die, die in Freiburg studieren: Nun haben sie nicht nur Studiengebühren zu zahlen, sondern obendrein drückt die Last der hohen Mieten für die Studentenbude. Teuer ist das Wohnen in Freiburg allerdings nicht erst seit gestern. Und dass die Studierenden besonders leidensfähig sind, was Wohnstandards angeht – einige sind im übrigen auch durchaus solvent –, macht den Freiburger Mietwohnungsmarkt vor allem für arme Menschen in Freiburg besonders eng. Die geringverdienende, allein erziehende Mutter, die für sich und ihre achtjährige Tochter eine Zweizimmerwohnung – möglichst nicht teurer als 500 Euro pro Monat – sucht, hat hier schlichtweg "Konkurrenz". Zum Beispiel die beiden Geografiestudenten, die gemeinsam – wenn auch zähneknirschend – 600 Euro für ihr studentisches Zweiraum-Zuhause zahlen können. Noch gravierender: Die Familie mit den drei Kindern, die eine bezahlbare Fünf-Zimmer-Altbauwohnung sucht. Mit fünf pro einzelnem Zimmer zahlenden Studis hat der Vermieter klar die lohnendere Rendite als mit anderthalb Verdienern und drei Schulkindern ohne Einkommen, die ebenfalls fünf Zimmer brauchen. Das Ergebnis für die Stadt aber bleibt in allen Fällen das gleiche: Für Studierende und Arbeitslose und Geringverdiener fehlt es an günstigem Wohnraum – ausgerechnet für alle, die darauf angewiesen sind.

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Autor: Julia Littmann