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24. März 2009 07:16 Uhr

Fundraising

Mundenhof sucht für Sanierung private Investoren

Er ist einer der größten Tierparks in Baden-Württemberg. Im Mundenhof können Gäste 250 Tiere bestaunen – ohne Eintritt zu zahlen. Jetzt aber müssen Gebäude saniert werden. Die Stadt kann die Kosten nicht alleine stemmen. Daher müssen Sponsoren her.

  1. Der Mundenhof in Freiburg: Für die Sanierung wichtiger Bauten fehlt das Geld. Fundraising soll Abhilfe schaffen. Foto: Michael Bamberger

  2. Kaputte Wände... Foto: Michael Bamberger

  3. ...ein maroder Dachstuhl. Foto: Michael Bamberger

  4. Wer den Mundenhof unterstützen will, kann eine Tierpatenschaft übernehmen. Foto: Michael Bamberger

Der Kuhstall war einst der modernste im Land und der ganze Stolz des Mundenhofs. In den 1930er-Jahren erbaut, soll die mittlere Decke sogar für Panzer stark genug gewesen sein, die in Kriegszeiten angeblich einmal über den Köpfen der Rinder versteckt waren. Ob wahre Geschichte oder Legende: Heute ist der größte Teil des Gebäudes wegen Baufälligkeit nicht mehr nutzbar.

Gleich gegenüber befindet sich der Misthaufen, auf dem Mundenhof gern Dunglege genannt. Und deren Untergrund leckt.

Dann ist da das wuchtige Gehege, das zur Zeit noch zwei betagte Braunbären beherbergt, die nach ihrem Ableben aber nicht mehr durch Artgenossen ersetzt werden sollen. "So viel Beton, das ist Stil der siebziger Jahre und in der Tierhaltung nicht mehr zeitgemäß" sagt Manfred Fruhmann, Tierpfleger im Mundenhof. "Da müsste einiges passieren."

"Die notwendige Sanierung, aber auch der finanzielle Druck und diverse Ideen zur Weiterentwicklung – all das ist Anlass, ein Fundraising-Konzept für den Mundenhof zu erarbeiten", erklärt Hans Burgbacher, Leiter des Forstamts Freiburg, dem der Mundenhof angegliedert ist. "Wir brauchen Sponsoren und Spender, auch um dem Wunsch des Gemeinderats zu entsprechen, weiter keinen Eintritt zu verlangen."

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Derzeit lässt sich die Stadt Freiburg den Betrieb mit zwölf Arbeitsplätzen jährlich etwa eine Million Euro kosten. Mehr auszugeben sei bei der Haushaltslage ausgeschlossen, größere Projekte wie Gebäudesanierungen seien also nicht zu verwirklichen. "Dazu muss der Mundenhof wie jedes städtische Amt sechs Prozent seiner Kosten einsparen, weil es der Haushalt so vorsieht", rechnet Burgbacher vor. Lösbar sei diese Aufgabe, indem privates Geld beschafft wird ("Fundraising"). Das hierfür entwickelte Konzept selbst kostet 18.000 Euro. Die Freiburger Werbeagentur qu-int soll die "Marke" Mundenhof zunächst profilieren und unter möglichen Geldgebern bekannter machen. Dazu sollen eine "Parkzeitung" herausgegeben sowie ein Faltblatt gestaltet werden, das die verschiedenen Fördermöglichkeiten darstellt.

Neben Mitgliedschaften im Förderverein Freiburger Tiergehege, Tierpatenschaften und privaten Spenden hofft die Stadt vor allem auf Unternehmen, die sich längerfristig als Sponsor engagieren wollen. Im Gegenzug – und das wird eine Neuerung sein – soll den Firmen ermöglicht werden, sich auf dem Gelände des Mundenhofs zu präsentieren. Verstecken sich die Bisons und Wollschweine also zukünftig hinter glänzenden Werbetafeln? "Wir wissen, dass viele Besucher kommen, weil sie bei uns nicht an jeder Ecke mit Konsumangeboten überhäuft werden", sagt Brigitte Grether, eine der Leiterinnen des Mundenhofs. "Daran wollen wir auch nichts ändern. Aber diejenigen, die sich finanziell engagieren, müssen erkennbar sein." Raum für die Präsentation böten etwa der neu zu gestaltende Eingang und der Platz der jetzigen Dunglege, die bald verlagert werden soll.

Hans Burgbacher und Brigitte Grether sind sich einig, dass nur solche Unternehmen als Partner in Frage kommen, die mit dem Mundenhof in irgendeinen Zusammenhang zu bringen sind. "Zum Beispiel durch Naturverbundenheit oder nachhaltiges Wirtschaften."

Autor: Nikolai Schoppmann