Immentalstraße

Nach einem Blitzschlag muss ein Mammutbaum in Herdern gefällt werden

Hans Sigmund

Von Hans Sigmund

Sa, 20. Oktober 2018

Freiburg

An der Immentalstraße/Ecke Längenhardstraße steht auf dem Gelände des „Hauses des Lebens“ seit mehr als 100 Jahren ein mächtiger Mammutbaum. Doch nicht mehr lange: Der Baum leidet zunehmend an den Folgen eines Blitzeinschlages vor zwölf Jahren und muss bald gefällt werden. Als Ersatz wird eine Kastanie gepflanzt.

Als 2006 der Blitz den mehr als 60 Meter hohen Baum traf, wurde ein ganzes Stück der Krone abgesprengt. Wie das "Haus des Lebens", eine katholische Einrichtung für Schwangere und junge Mütter in schwierigen persönlichen oder sozialen Situationen, dem Bürgerverein Herdern mitteilte, gebe es seitdem eine offene Wunde an der Baumkrone, und der Verfaulungsprozess schreite voran. Bei Stürmen seien schon schwere Äste abgebrochen und heruntergefallen. Nach Aussage eines Baumpflegers bestehe keine Möglichkeit der Rettung. Die Fällung soll im November erfolgen. Eine Genehmigung der Stadt liege vor, da Gefahr in Verzug sei. Das bestätigte die Stadtverwaltung auf BZ-Anfrage. Als Ersatzpflanzung gebe es einen "großkronigen Laubbaum". Das "Haus des Lebens" präzisiert: Es gehe um eine Rosskastanie.

Als Otto Winterer 25 Jahre lang Oberbürgermeister von Freiburg war (1888 bis 1913), wurden insbesondere in Herdern viele Mammutbäume gepflanzt. Initiator und damaliger Pfleger war Martin Zimber, der seine Gärtnerei und Baumschule an der Hauptstraße in Herdern hatte. Rund 80 Jahre später war es sein Enkel, der städtische Gartenamtsleiter Bernhard Utz, der im Betzenhauser Seeparkgelände anlässlich der Landesgartenschau 1986 mehr als 200 neue Mammutbäume pflanzen ließ, von denen allerdings viele heute schon abgestorben sind (die BZ berichtete). Früher standen in fast allen Parks Herderns, an der Mozartstraße, auf dem Ludwig-Aschoff-Platz und im Gelände des St.-Urban-Kneippsanatoriums die aus Kalifornien stammenden Nadelbäume. Auch in einer Einbuchtung der Starkenstraße steht noch ein riesiger Baum, der heute als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Inzwischen haben die noch erhaltenen Bäume ein Alter von mehr als 100 Jahren. Viele jedoch haben auch in Herdern nicht überlebt. Im Botanischen Garten etwa ist ein zersägter Baum noch als Anschauungsmaterial vorhanden.