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21. August 2015 07:32 Uhr

BZ-Ferienaktion 2015

55 BZ-Leser starteten entspannt mit Tai Chi in den Tag

Am Donnerstag starteten 55 Leserinnen und Leser sportlich und entspannt in den Tag: Im Stadtgarten erfuhren sie etwas über die Lehren des chinesischen Tai Chi.

  1. Mit meditativen sportlichen Übungen den Tag und die Sonne begrüßen: Im Freiburger Stadtgarten sorgt die Tai-Chi-Gruppe für neugierige Blicke. Foto: Thomas Kunz

  2. Eva Seiter leitete die große Üpungsstunde. Foto: Thomas Kunz

  3. Mit meditativen sportlichen Übungen den Tag und die Sonne begrüßen: Im Freiburger Stadtgarten sorgt die Tai-Chi-Gruppe für neugierige Blicke. Foto: Thomas Kunz

  4. Die tierischen Bewohner des Stadtgartens blieben gelassen. Foto: Thomas Kunz

  5. Mit meditativen sportlichen Übungen den Tag und die Sonne begrüßen: Im Freiburger Stadtgarten sorgt die Tai-Chi-Gruppe für neugierige Blicke. Foto: Thomas Kunz

Die große Gruppe hätte in China kein Aufsehen erregt. Dort ist es üblich, sich in Parks zum Frühsport zu treffen. Tai Chi ist im Reich der Mitte ein Volkssport. Im Stadtgarten bleiben am Donnerstagmorgen immer wieder neugierige Passanten stehen, als 55 BZ-Leserinnen und Leser unter Anleitung von Tai Chi-Lehrerin Eva Seiter versuchen, ihre Mitte zu finden. Mit eleganten Bewegungen begrüßen sie den Tag. "Wir müssen uns nicht so sehr anstrengen und an unsere Grenzen gehen, viel wichtiger ist die Haltung", sagt Seiter zur Begrüßung.

Die Haltungs ist wichtig – nicht die Anstrengung

Tai Chi war ursprünglich eine chinesische Kampfkunst, die sich zu einer gesundheitsorientierten Gymnastik entwickelt hat. Sie soll die Lebensenergie und die Konzentration fördern, sowie Körper und Immunsystem stärken. "Man fühlt sich fitter und vitaler", sagt Seiter. Sie hat ihren Meister Fernando Chedel in Spanien gefunden und lehrt Tai Chi selbst seit 15 Jahren. Seit 2010 hat sie in Freiburg eine eigene Tai Chi-Schule, unterrichtet dort nach dem Stil der Ma-Tsun Kuen Tai Chi Chuan Schule.

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Bei ihren Einführungsübungen setzt Seiter auf eine sehr bildliche Sprache. Sie fordert die Leser auf, "die Arme fallen zu lassen wie schwere Elefantenrüssel", sich vorzustellen, "so tief verwurzelt zu sein wie ein Baum" oder "sich zu schütteln wie eine nasse Katze". Die meisten scheinen zum ersten Mal Tai Chi auszuprobieren, lassen sich nach anfänglicher Unsicherheit aber auf die meditativen Übungen ein. "Ich fand es cool und es war ein guter Auftakt für den Tag", sagt die 17-jährige Hannah Tebartz. Sie ist mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Antonia gekommen und hat damit den Altersschnitt der Gruppe deutlich gesenkt. Die Schwestern sind Leichtathletinnen und lernen hier eine ganz andere Form der Bewegung kennen, auch wenn es Antonia "ein bisschen zu esoterisch" ist. "Aber es ist auch lustig und entspannend."

"Arme fallen lassen wie Elefantenrüssel"

Die idyllische Atmosphäre im Stadtgarten wird nur durch einen Rasenmäher und den Straßenlärm vom Ring gestört. "Das Wetter und den Park habe ich besonders genossen", sagt Jinhi Joos. Sie stammt ursprünglich aus Korea und hatte bisher nur von Tai Chi gehört. "Wir sind eher westlich orientiert." Joos macht selbst Pilates und meditiert, ist gegenüber der neuen Sportart deshalb sehr aufgeschlossen. "Ich kann mir vorstellen, das weiter zu machen." Wenn es nach Eva Seiter geht, würde sich auch in Deutschland eine Kultur entwickeln, dass Menschen wie in China in die Parks gehen und einfach mitmachen. "Und wenn man das intensivieren will, sucht man sich danach einen eigenen Lehrer."

Dass bei der BZ-Ferienaktion nur zehn Männer mitmachen, ist laut Seiter nicht repräsentativ. "In meinen Kursen habe ich sogar viele Männer." Die würden dann aber eher nach dem Kampfkunststil (Chuan) trainieren. Außerdem gebe es dabei auch mehr Partnerübungen, die Seiter bei der BZ-Ferienaktion nur sehr sparsam einsetzt. Dabei können die Leserinnen und Leser allerdings gleich ihre Berührungsängste ab- und Kontakte aufbauen. Lydia Miedtke freut sich über die "total neue Erfahrung" und will in den kommenden Tage weiter morgens in den Stadtgarten kommen, wo Eva Seiter gerne auch weitere neue Interessenten begrüßen würde. Miedtke hat bei Spaziergängen in Kirchzarten schon öfter Gruppen gesehen, die auf einer Bergkuppe Tai Chi gemacht haben. "Mir gefallen die leichten, fließenden Bewegungen", sagt sie, "das wird jetzt mein Feriensport-Programm."
Tai Chi im Stadtgarten

Tai Chi zum Sonnenaufgang bietet Eva Seiter noch bis zum 28. August jeden Morgen (außer Sonntag) von 9 bis 10 Uhr im Stadtgarten an. Eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich.

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Autor: laf