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30. Oktober 2009

"Nervöse und unsachliche Reaktion"

Muss die nervöse und unsachliche Reaktion des amtierenden Mieterbeiratsvorsit-zenden Arno Schorer auf den BZ-Artikel "Weniger Beiräte für Mieter" in der BZ vom 15.10. verwundern? Muss sie nicht. Immerhin finden derzeit Neuwahlen zum Mieterbeirat statt und die Kritik an der Verringerung der Zahl der Mieterbeiräte ist sehr groß. Verständlicherweise, denn die Wahlbezirke werden größer, die Wege länger, eine Stärkung der demokratischen Mitwirkungsrechte der Mieterinnen und Mieter sieht anders aus. Und natürlich fragen sich die Mieterinnen und Mieter, warum der Mieterbeiratsvorsitzende und die Mehrheit des alten Mieterbeirats dieser Entscheidung zugestimmt haben. Meine Kritik an der (nicht im Aufsichtsrat der Freiburger Stadtbau besprochenen) Verringerung der Wahlbezirke trifft voll die Stimmung unter der Mieterschaft. Der noch amtierende Mieterbeiratsvorsitzende Schorer bringt einige Dinge durcheinander: Die Kritik an der Verringerung der Wahlbezirke ist durch das Schreiben der Geschäftsführung der FSB keineswegs hinfällig, deren Argumentation geht auf den Kern der Kritik überhaupt nicht ein. Zudem antwortete die Geschäftsführung der FSB auf das Schreiben von mir und meinem Kollegen Walter Krögner erst nach der Anfrage der BZ zu diesem Thema. Die Kritik des Mieterbeirats Roth, dass Schorer "auf der Seite der FSB stehe", veranlasst Schorer zu der Aussage, es sei nicht das erste Mal, dass WiM Gerüchte verbreite und Tatsachen falsch widergebe. Tatsache ist jedoch, dass Herr Roth gar nicht Mitglied der Bürgerinitiative "Wohnen ist Menschenrecht (WiM)" ist. Belege für diese Behauptung, WiM verbreite Gerüchte oder gebe Tatsachen falsch wieder, werden nicht angeführt.

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In der Sache ist aber eine Kritik an der Position von Herrn Schorer durchaus angebracht: Wenn ein Mieterbeiratsvorsit-zender sich nach eigener, wiederholt geäußerter Auffassung als "Mittler zwischen Mieter und Vermieter" versteht, dann stellt sich in der Tat die Frage, ob Herr Schorer seine Aufgabe richtig versteht, nämlich die Interessen der Mieterinnen und Mieter der Freiburger Stadtbau konsequent und engagiert zu vertreten.

Autor: Hendrijk Guzzoni, Mitglied des Aufsichtsrats der FSB, Stadtrat der Linken Liste, Vorstand "Wohnen ist Menschenrecht"