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10. November 2010 19:05 Uhr

Gerichtsbeschluss

Palästina-Ausstellung: Konstruktiv bleiben

Die Stadt Freiburg hat es offensichtlich versäumt, sich die Nakba-Ausstellung genau anzusehen und rechtzeitig abzulehnen – nun muss sie den Entscheid des Verwaltungsgerichts akzeptieren. Das ist schlechtes Krisenmanagement und sicherlich kein Ruhmesblatt für die Stadt.

Wenn es um den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis geht, sind Eruptionen programmiert. Ein kleines Beben hat nun auch Freiburg durchgeschüttelt. Die Stadtverwaltung hatte es offensichtlich versäumt, sich die Nakba-Ausstellung genau anzusehen und rechtzeitig abzulehnen – nun muss sie den Entscheid des Verwaltungsgerichts akzeptieren und die Ausstellung trotz inhaltlicher Bedenken zeigen. Das ist schlechtes Krisenmanagement und sicherlich kein Ruhmesblatt für die Stadt.

Doch abgesehen davon ist es frappierend, wer sich alles berufen fühlt, den Freiburger Zwist zu kommentieren. Da gibt es vernünftige Stellungnahmen, die vor allem darauf abheben, dass sich die Besucher der Ausstellung ihre eigene Meinung bilden sollten. Andere schwadronieren davon, dass es mit der Absage der Ausstellung "den Bütteln des israelischen Staatsinteresses auch in Freiburg" gelungen sei, "den Bürgern den Sack des israelischen Propaganda-Interesses über den Kopf zu ziehen".

Unsinn: Jeder, der glaubt, in diesem seit Jahrzehnten schwärenden, hochkomplizierten Streit die Wahrheit gepachtet zu haben, ist suspekt. Wenn die Stadtverwaltung noch Konstruktives aus dieser verfahrenen Situation herausholen will, sollte sie darüber nachdenken, die Ausstellung mit einer einordnenden Veranstaltung zu begleiten. Ob die Zeit dazu noch reicht, ist ungewiss. Aber besser spät als nie.

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Autor: Simone Lutz