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13. September 2011 20:12 Uhr

Collegium Borromaeum

Papstbesuch: Wand an Wand mit Benedikt XVI.

Bei seinem Besuch in Freiburg wird das Oberhaupt der katholischen Kirche sein weißes Haupt einfach betten. Gut 28 Stunden lang wird Benedikt XVI. in Freiburg sein, davon knapp 19 Stunden im Priesterseminar. Er wird dort essen, schlafen, beten – und die Seminaristen müssen nicht einmal ihre Zimmer räumen.

  1. In einem solchen Zimmer wird Papst Benedikt XVI. im Priesterseminar bei seinem Besuch in Freiburg schlafen. Foto: Dominic Rock

Lächelnd blickt der Papst auf Schneebesen und Schöpfkelle auf Spüle und Schwamm. In der Küche des Collegium Borromaeum (CB) an der Schoferstraße kündigt bislang nur ein Poster von dem hohen Besuch, der am 24. und 25 September erwartet wird. Seit 1827 werden in dem Seminar Priester der Erzdiözese Freiburg ausgebildet. Sie lernen und leben dort. Versorgt werden sie von CB-Chefkoch Michael Barz. Für den Papstbesuch stehen Frühstück, Mittag- und Abendessen auf seinem Programm. Das absolute Highlight für den 41 Jahre alten Koch: das Drei-Gänge-Menü am Sonntag für Benedikt XVI. und die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz.

Natürlich sei es eine große Ehre für den Papst kochen zu dürfen, aber: "In der vergangenen Woche hatte wir Ministranten zu Gast. So viel anders ist das nicht", meint der 41-Jährige und rührt in einem 30 Liter fassenden Kessel die Kartoffelsuppe um. Bodenständige Küche will Barz auch dem Pontifex bieten: Geflügelkalbs-fleischpastete, Tafelspitz mit Gemüse und Kartoffeltalern, Zimtparfait mit badischen Kirschen. "Vom Vatikan gab es da keine Vorgaben", so Barz. Allein von einem Menü mit Pilzen oder Krustentieren wurde ihm abgeraten. "Aber ich weiß, dass er Süßes mag", so der Küchenchef, der seit Herbst 2010 im Seminar kocht.

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Der erste Teller gebührt Benedikt XVI.

"Nervös bin ich nicht, doch wir haben alles einmal probegekocht", verrät der gebürtige Hesse. Der Grund: Im CB werden die Gerichte normalerweise in Schüsseln serviert. Für den Papst muss alles auf Tellern angerichtet werden. "Das und das Servieren haben wir Anfang Juli geübt", erzählt Seminarist Rolf Paschke. Der 26-Jährige ist einer von 20 Schülern, die am Papstwochenende als Kellner eingesetzt werden.

Bei der Generalprobe sei alles glatt gegangen, kein Straucheln, kein Wanken. "Aber wir lagen fünf Minuten hinter dem Zeitplan. Das müssen wir noch reinholen." Denn der Tag des Papstes ist eng getaktet: Um Punkt 12.45 Uhr soll der erste Gang aufgetragen werden, dem Papst gebührt der erste Teller. Genau diesen hofft Paschke in die Finger zu bekommen. "Ausgeknobelt haben wir das noch nicht."

Der Student wird nicht nur über Estragonsoße und Salatbukett hinweg Benedikt nahe kommen, sondern auch bei einem Treffen am Samstag in der Seminarkirche: ein Gebet, eine kleine Ansprache und – für die Seminaristen etwas ganz Besonderes – ein Foto mit dem Papst. "Ich freue mich auf die Gemeinschaft, die da hoffentlich entsteht", so Paschke. Genau wie seine 44 Mitschüler auch muss er während des Besuches nicht sein Zimmer räumen. Wand an Wand mit Benedikt quasi: "Die Aufregung wächst von Tag zu Tag." Wie die Schüler auch wird der Papst in einem der geschätzt zwölf Quadratmeter großen Zimmer wohnen. "Eben wie in einem richtigen Studentenwohnheim", meint Paschke – und lacht.

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Autor: Alexandra Sillgitt