Perspektiven in Kambodscha schaffen

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Mi, 17. Oktober 2018

Freiburg

VEREINT IM VEREIN: Die Freiburger Gruppe von "Smiling Gecko" sucht einflussreiche Unterstützer für Projekte in Kambodscha.

FREIBURG. Als der Softwareunternehmer Georg Csajkas bei einem Vortrag des Schweizer Fotografen Hannes Schmid war, beeindruckte ihn das. Es ging um den von Hannes Schmid gegründeten Verein "Smiling Gecko", der Hilfsprojekte für Kinder und Familien in Kambodscha ins Leben rief. Georg Csajkas überzeugte einige Freunde von dem Verein – so entstand im Spätsommer eine Freiburger Grupp

e. Zum Auftakt kommt Hannes Schmid, der eigentlich einst als Werbefotograf mit Cowboy-Fotos für den Zigarettenkonzern Marlboro bekannt wurde.

Warum engagieren sich Georg Csajkas und seine Freunde angesichts eines breiten Angebots an Hilfsprojekten gerade für diesen Verein? Georg Csajkas begründet das damit, dass er sich vom Charisma von Hannes Schmid anstecken ließ und die Dynamik, die er in Gang gebracht habe, bewundert: Zu den Kooperationspartnern und Unterstützern gehören Schweizer Hochschulen und Unternehmen. Ähnlich soll es weitergehen – die Freiburger Gruppe setzt weniger auf den Beitritt möglichst vieler Mitglieder, sondern auf die gezielte Gewinnung von einflussreichen Institutionen.

Beeindruckt hat Georg Csajkas auch, dass Hannes Schmid, der aus einer ganz anderen Welt und anderen Hintergründen kam, bei einer Reise wegen Kunstprojekten in Asien am Elend in Kambodscha hängenblieb: Hannes Schmid sei einer Frau mit starken Verbrennungen auf der Haut begegnet, erzählt Georg Csajkas – so habe er erfahren, dass die Armut in Kambodscha so groß ist, dass manche Familien keinen anderen Ausweg sehen, als ihre Kinder an Bettlersyndikate zu verkaufen, die sie mit Säure übergießen.

Dadurch sollen die Kinder beim Betteln erfolgreicher sein. Hannes Schmid hat daraufhin 220 000 Quadratmeter Land nordwestlich der Hauptstadt Phnom Penh gekauft und typische Projekte entwickelt, die Menschen langfristig Perspektiven und ein selbständiges ländliches Leben ermöglichen sollen: Dazu gehört ein Schulprojekt, bei dem die derzeit 300 Schülerinnen und Schüler neben dem Unterricht auch Mahlzeiten und medizinische Versorgung bekommen, um die Familien zu entlasten. Außerdem gibt’s unter anderem Landwirtschaft, die Familien durch den Gemüseverkauf auf Märkten ihr Auskommen sichert, Fischzucht, eine Schreinerei und ein Gästehaus für Touristen, das von Schweizer Tourismus-Studierenden begleitet wird und eine Tourismus-Auszeichnung bekommen hat. Zu den Kooperationen mit Hochschulen gehört auch ein Architekturwettbewerb für Studierende beim Bau von Gebäuden.

Die Familien stammen aus Slums in den Städten, ihre Rückführung aufs Land soll auch der verbreiteten Landflucht entgegenwirken, sagt Georg Csajkas. Die Hoffnung von ihm und den anderen ist: Wenn die Projekte irgendwann eigenständig funktionieren, werden sich ähnliche auch anderswo ausbreiten. Georg Csajkas war bereits selbst vor Ort und hat sich alles angeschaut. Seine Freunde kamen dazu, weil ihnen die Idee einleuchtet: "Ich will mich sinnvoll engagieren", sagt Thomas Andresen, der Geschäftsführer eines Pharmaunternehmens ist. Genau wie der Vermögensverwalter Sascha Anspichler überlegt er, ob auch der Einstieg seines Unternehmens in die Unterstützung des Vereins möglich ist. Der Rechtsanwalt Achim Nolte fand die Fotos von den Projekten beeindruckend: "Die Menschen sehen glücklich aus."

Donnerstag, 18. Oktober, 18.30 Uhr: "Smiling Gecko" – Auftaktveranstaltung der Freiburger Gruppe mit einem Vortrag des Schweizer Fotografen und Gründers des Vereins Hannes Schmid im Literaturhaus, Bertoldstraße 17. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.