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22. September 2008

Polizeikänguru trifft auf Piraten

3000 Besucher beim 18. Fest zum Weltkindertag im Freiburger Seepark / Spiel, Spaß und Information an über 60 Ständen.

Rund 3000 Kinder und Erwachsene haben am Sonntag im Seepark den Weltkindertag gefeiert. Spiel und Spaß gab’s bereits zum 18. Mal rund um den Flückigersee. Dabei hatte der Tag ein ernstes Motto: "Kinder brauchen Fürsorge", forderten angesichts hoher Kinderarmut in Deutschland auch Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach und Gabriele Daniel-Schnitzler vom Kinderschutzbund Freiburg.

Babu das Känguru der Freiburger Verkehrs AG (VAG) und B. Zetti, das Maskottchen der Badischen Zeitung staunen Bauklötze: Ihr Freund Billy, das Polizeikänguru, kommt nicht wie die meisten Besucher des Weltkindertags mit dem Fahrrad oder mit dem Kinderwagen in den Seepark. Nein, Billy fliegt mit einem Bussard ein, einem großen Polizeihubschrauber. Das ist ein Spektakel! Den Polizisten, die am Boden aufpassen, dass der Hubschrauber genug Platz zum Landen hat, pustet der Bussard die grünen und weißen Schirmmützen vom Kopf und das rot-weiße Band mit dem sie den Landeplatz abgesteckt haben, bläst er einfach weg. Das freut die vielen Kinder, die zugucken. Trotzdem warten alle artig, bis die Rotoren still stehen und Billy herausspringt. Na ja, mir seinem dicken Bauch kullert er

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eher heraus, um Babu und B. Zetti herzlich zu begrüßen.

Klar haben die Kängurus für die Kinder etwas zum Naschen im Beutel und B. Zetti erklärt, wie eine Zeitung gemacht wird. Aber alle müssen sie schnell zu ihren Ständen, denn das Kinderfest ist am Sonntagnachmittag im Seepark bereits eröffnet. Natürlich hatte das mit einer offiziellen Rede geschehen müssen, die der "Kinderbürgermeister" halten durfte, wie sich Freiburgs Sozialdezernent Ulrich von Kirchbach selbst vorstellte. Er durfte das Fest eröffnen, obwohl die Stadt schon seit fünf Jahren gar nichts mehr bezahlt für das 4500 Euro teure Fest zum Weltkindertag. Nur beim Organisieren hilft das städtische Kinderbüro noch mit. Das Geld sammelt seither der Kinderschutzbund bei Geschäften und Banken. Gabriele Daniel-Schnitzler vom Kinderschutzbund hatte zu ihrer Begrüßung Riesenschecks mitgebracht, die beim 24-Stunden-Lauf im Juli im Seeparkstadion für verschiedene Gruppen gesammelt wurden, die sich um Kinder kümmern. 33 206 Euro waren zu verteilen. "Ein Rekordergebnis beim 24-Stunden-Lauf", freute sich Daniel-Schnitzler.

Aber beim Kinderfest machen nicht nur die Gruppen mit, die einen großen Scheck mit nach Hause nehmen dürfen. Es gibt über 60 Stände: Natürlich den von Billy, der gemeinsam mit anderen Polizisten Luftballons verteilt. Warum die dabei Pistolen am Gürtel tragen müssen,wird am Nachbarstand klar: Dort treibt übles Piratengesindel sein Unwesen. Ja, da gibt es sogar eine Piratenschule, wo sich harten Prüfungen stellen muss, wer ein diplomierter Pirat werden will. Zumal Beispiel Lena aus Freiburg, die gefragt wird, ob sie ihren Namen schreiben kann: "Na klar, ich bin doch schon 8", sagt das Mädchen. Für das Diplom muss sie sich anstrengen: Nur wer über die Planken des Teufelswerks geht, die Wassermuskete schneller zieht als sein Schatten und Angel und Enterhaken auswerfen kann, bekommt den Schein. Kapitän Sascha Hillenbrand von von der Event-Agentur "Historent" hat sich das gemeinsam mit Sonja Fellner ausgedacht, die mit anderen Arbeitsuchenden von der Agentur für Arbeit bei dem Projekt mitmacht, bei dem ganz nebenbei noch Spenden für krebskranke Kinder gesammelt werden. Über die Krankheit informiert der Förderverein für krebskranke Kinder.

Auch bei den anderen Ständen gibt es viel zu entdecken: Bei der Jugendfeuerwehr lernen Kinder mit der Wasserspritze umzugehen. Das Kasperletheater "Bello der Räuberschreck" wird aufgeführt, ein Ballonclown treibt seine Scherze und es gibt Ponyreiten.

Autor: Stefan Merkle