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10. September 2009

SAGEN SIE MAL : "Ein Dauerbrenner ist das Kopfsteinpflaster"

BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Esther Grunemann (47), Behindertenbeauftragte der Stadt Freiburg

  1. Esther Grunemann Foto: kunz

RIESELFELD (cfr). Seit einem halben Jahr ist Esther Grunemann, die selbst im Rollstuhl sitzt, Behindertenbeauftragte der Stadt Freiburg – ehrenamtlich. Die 47-jährige Lehrerin (Deutsch, Französisch, Kunsterziehung) und Sozialpädagogin arbeitet als Einsatzleitung für den ambulanten Hilfsdienst des Arbeitskreises Behinderte-Nichtbehinderte (AKBN). Grunemann stammt aus Lörrach, sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Mit ihrer Familie lebt sie im Rieselfeld.

Ist Freiburg behindertenfreundlich?
Es gibt manches, was ganz gut ist, zum Beispiel finden sich viele abgesenkte Bordsteine in der Stadt. Aber Freiburg hat durchaus noch Potenzial.

Wo zum Beispiel?
Ein Dauerbrenner ist das Kopfsteinpflaster. Daraus resultiert unter anderem der Wunsch vieler Rollstuhlfahrer nach Fahrstreifen an den Marktständen. Nachholbedarf haben wir auch bei den Blindenleitsystemen.

Welche Probleme werden von den Behinderten an Sie herangetragen?
Die sind ganz unterschiedlicher Natur. Zum Beispiel gab es den Fall, dass ein Rollstuhlfahrer bei einem SC-Spiel einen Hitzschlag erlitten hat, weil die Plätze für Rollstuhlfahrer ungeschützt in der Sonne liegen. Auch die neuen Anti-Hunde-Gitter an Spielplätzen sind nicht sehr rollstuhlfahrerfreundlich, da die Räder darin steckenbleiben können.

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Was wollten Sie als Kind werden?
Forscherin.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Freiburg? Der Seepark.

Ihr Lieblingsessen?
Spaghetti mit Tomatensauce.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Das Blumencafé in Lehen.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Englisch.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche? Ende Januar bei der Beerdigung einer Freundin.

Worüber können Sie herzhaft lachen? Über Situationskomik und Kindermund.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? Ich bin gerne in der Natur und auf Reisen. Außerdem schwimme ich sehr gerne.

Was lesen Sie gerade?
"Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini.

Wann waren Sie das letzte Mal im Kino? Das ist schon länger her, in Slumdog Millionaire.

Was ist Ihnen peinlich?
Wenig, ich stehe zu meiner Unvollkommenheit.
Welche Musik hören Sie gerne?
Pop, Klassik – ich bin da sehr vielseitig.

Wovor haben Sie Angst?
Vor Krebs und schweren Erkrankungen.

Haben Sie ein Vorbild?
Nein, momentan nicht.

Welche Eigenart hätten Sie lieber nicht? Manchmal bin ich ungeduldig.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Humor und Freundlichkeit.

Was bringt Sie auf die Palme?
Menschen ohne Rückgrat und Haarspalterei.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
In Irland.

Wo würden Sie gerne leben?
Hier ist es sehr schön, finde ich.

Was war das beeindruckendste Erlebnis in Ihrem Leben?
Da gab es einige ...

Was fehlt Ihnen zum vollkommenen Glück?
Ein großer Garten mit einigen Hochbeeten.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne einmal lesen?
"Neue Schwimmbäder werden mit Poollifter für Rollstuhlfahrer ausgestattet, damit diese auch ins Wasser kommen."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Das ist zu schön, um wahr zu werden.

Was werden Sie in zehn Jahren machen? Solche Prognosen wage ich nicht. Ich genieße jeden Tag.

Bitte vervollständigen Sie: Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich …
so wenig wie möglich Geld für soziale Projekte kürzen, weil ich wüsste, dass gute Sozialpolitik in einer Gesellschaft sehr wichtig ist.

Autor: cfr