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13. August 2009

SAGEN SIE MAL : "Familie zu haben ist ein Armutsrisiko"

BZ-FRagebogen, heute ausgefüllt von Dagmar Schülli (49), Gründungsfrau der Familieninitiative Lindenblüte

  1. Dagmar Schülli Foto: INGO SCHNEIDER

VAUBAN (cfr). Zehn Jahre ist es jetzt her, dass Dagmar Schülli gemeinsam mit sechs anderen Müttern den Verein Familieninitiative Lindenblüte (Fili) gegründet hat, der sich für Familien im Vauban engagiert. Die 49-jährige Fachfrau für Ethnologie (frühere Bezeichnung: Völkerkunde) und Ethologie (vergleichende Verhaltensforschung) wurde in Kork bei Kehl geboren und lebt seit 30 Jahren in Freiburg. Sie ist geschieden und wohnt mit ihren zwei Kindern in Vauban.

Warum engagieren sie sich bei Fili?
Weil Familie zu haben ein Armutsrisiko ist – und für Frauen meist auch das Risiko, ihren beruflichen Weg nicht mehr verfolgen zu können. Da braucht es auch heute noch Einsatz für Gleichberechtigung. Ich habe hier die Möglichkeit, meinen beruflichen und familiären Weg zu verbinden, mit Frauen für Frauen zu arbeiten. Das bringt mir viel Freude und Erfahrungen.

Sie haben ein neues Afrikaprojekt?
Ja, wir bewundern die unauffällige Arbeit, die von ganz vielen Frauen weltweit ohne allgemeingesellschaftliche Anerkennung geleistet wird. Dies ist ein weiterer Baustein unserer Arbeit. Wir haben einen persönlichen Kontakt und unterstützen eine Frau in Afrika, die einfach da hilft, wo Hilfe nötig ist.

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Was wollten Sie als Kind werden?
Blockhausbewohnerin an einem See in Kanada.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Schönberg.

Ihr Lieblingsessen?
Wenn meine Kinder oder mein Freund für mich kochen.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Das Greiffeneggschlössle.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über mich selbst, die Verrücktheit des Lebens und oft über den einen oder anderen Politiker.

Was lesen Sie gerade?
"Die Wanderhure" von Iny Lorentz.

Wann waren Sie das letzte Mal im Kino?
Neulich erst in "Couscous mit Fisch" in meinem Lieblingskino Friedrichsbau.

Welche Musik hören Sie gerne?
World Music, arabische Klassiker wie Oum Kalthoum, Meditationsmusik und Rockballaden, aber nie klassische Musik.

Wovor haben Sie Angst?
Vor dem Tod meiner Lieben.

Haben Sie ein Vorbild?
Meine Großtante Liesl, die nach dem Ersten Weltkrieg als erstes Mädchen in Freiburg den Optikerberuf erlernte. Und meine Großmutter, die zwei Weltkriege erlebt, sieben Kinder mit meinem Opa großgezogen, allen geholfen und Ausgebombte bei sich aufgenommen hat.
Welche Eigenart hätten Sie lieber nicht?
Meine Ungeduld und manchmal meine Hoffnungslosigkeit angesichts des Zustandes der Erde.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?
Mut, zum eigenen Standpunkt zu stehen.

Was ist Ihnen peinlich?
Ziemlich wenig, was meinem 18-jährigen Sohn gar nicht recht ist. Ich habe sehr viel Humor.

Was bringt Sie auf die Palme?
Unehrlichkeit, Machtgeschachere und Intransparenz in Institutionen und Politik.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
In Varazze bei Genova – das ist die kürzeste Strecke ans Meer.

Wo würden Sie gerne leben?
Im Ökostadtteil Vauban, mit einem Meeresstrand in fünf Kilometer Entfernung.

Ihr beeindruckendstes Erlebnis?
Ein spirituelles Erlebnis mit 20 Jahren.

Was fehlt zum vollkommenen Glück?
Eine Teilzeitstelle.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Die Banken werden verstaatlicht und das Zinsgeld wird verwandelt in Umlauf-Geld, Banken machen keine Gewinne mehr, sondern verlangen lediglich eine Bearbeitungsgebühr."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Ich kaufe mir meine Wohnung, und auch eine für meine Mutter.

Was werden Sie in zehn Jahren machen?
Wahrscheinlich leben mit den Menschen, die mir lieb sind, und mich in Projekten verwirklichen.

Bitte vervollständigen Sie: Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich. . .
. . . zehn Prozent meiner Einkünfte monatlich an soziale Projekte spenden.

Autor: cfr