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16. Dezember 2010
SAGEN SIE MAL ...: "Ich will immer einen Konsens herstellen"
BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Josef Glöckler (61), seit 30 Jahren Ortsvorsteher von Waltershofen.
WALTERSHOFEN (cfr). Eine, höchstens zwei Amtsperioden wollte Josef Glöckler Ortsvorsteher von Waltershofen sein, als er 1980 ins Amt gewählt wurde, nun hat der 61-Jährige den Posten seit 30 Jahren inne. Der Sport- und Deutschlehrer unterrichtet am Gymnasium Kenzingen und war in seiner Jugend vor allem in den Waltershofener Sportvereinen engagiert. Glöckler lebt mit seiner Frau in Waltershofen. Er hat drei erwachsene Kinder.
Sie haben vergangenes Jahr Ihre siebte Amtsperiode begonnen – wie kommt’s?Ich habe Spaß daran gefunden, gemeinsam mit dem Ortschaftsrat und den Bürgern etwas gestalten und viele Projekte anstoßen zu können. Wir haben es zum Beispiel geschafft, die Infra- und Vereinsstruktur in Waltershofen zu erhalten.
Was wollen Sie noch erreichen?
Ich möchte unbedingt noch unser derzeitiges Riesenprojekt "Z’sämme" ans Ziel bringen: ein Bürgerhaus, das soziale Aufgaben und generationenübergreifende Funktionen hat.
Was wollten Sie als Kind werden?
Fußballer.
Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
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Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Das war eindeutig Sport. Es war ein Glücksfall, dass ich dieses Fach zu meinem Hauptberuf machen konnte. Ich lernte, mit vielen Menschen umzugehen. Dieses Lieblingsfach hat mein Leben geprägt.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Hier muss ich aufzählen, was ich gerne noch ausgiebiger machen würde: Bergwandern, Joggen, Skifahren, Tennis spielen. Meine "Hauptfreizeitbeschäftigung" ist aber das Amt des Ortsvorstehers geworden.
Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
Beruflich bedingt "Der Prozess" von Franz Kafka, "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt und "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist.
Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Da komme ich nun wirklich nicht dazu. Aber ich war auch noch nie ein großer Kinogänger.
Was mögen Sie an sich selbst?
Dass ich immer einen Konsens herstellen will.
Was bringt Sie auf die Palme?
Unterstellungen durch Wahrheitsverdrehungen und diffamierende Kritiken von solchen, die selbst nicht bereit sind, zu Lösungen beizutragen.
Welche Musik hören Sie gerne?
Songwriter-Musik und irische Musik. Aber durchaus auch mal Volksmusik, wenn sie nicht zu banal ist.
Wovor haben Sie Angst?
Dass ich im Alter oder wegen einer Krankheit anderen zur Last fallen muss.
Wo machen Sie gerne Urlaub?
Zum Skifahren und Bergwandern ins Arlberggebiet, zum Radfahren an die südfranzösische oder norditalienische Mittelmeerküste mit dem bergigen Hinterland – und anschließend zur Erholung an den Strand.
Mit wem würden Sie warum gerne mal einen Tag lang tauschen?
Mit Barack Obama, wegen seiner unglaublichen Energie, etwas Positives bewegen zu wollen.
Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Nach Waltershofen in 50 Jahren.
Ihr größter Erfolg?
In meiner politischen Tätigkeit das Abwehren der geplanten riesigen Mülldeponie mitten in den Rebhängen des Tunibergs.
Ihre Traum-Schlagzeile?
"Es gibt keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr in der Welt."
Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Einen Teil in eine Bürgerstiftung für Waltershofen stecken – als Grundlage für ein Bürgerhaus.
Bitte vervollständigen Sie: Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... darf die Tätigkeit als Ortsvorsteher nie als Job betrachten, sondern als eine Art Herzensangelegenheit.
Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... dem Stadtteil Waltershofen die Selbstständigkeit geben. Die Ortschaft könnte so eigene Prioritäten setzen und müsste nicht immer bei den städtischen Großprojekten – die aus Sicht der Stadt völlig verständlich sind – und den damit verbundenen finanziellen Engpässen hinten anstehen.
Autor: cfr
