Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. November 2010

SAGEN SIE MAL ...: "Trotz Stadtleben dem Dorf verbunden bleiben"

BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Gero Herr (57), Mundartinterpret und Liedermacher .

  1. Gero Herr Foto: F. Hillenbrand

HASLACH (cfr). Seinen Dialekt hat Gero Herr trotz Germanistikstudium nie ganz abgelegt. Der Mundartinterpret und Liedermacher wurde in Ortenberg bei Offenburg geboren und hat in Freiburg Deutsch, Politik und Volkskunde auf Lehramt studiert. Der 57-Jährige war 15 Jahre lang Personalleiter bei der Stiftungsverwaltung und arbeitet derzeit als Lehrer an der Schule für Erziehungshilfe Schubs. Herr ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, er lebt mit seiner Frau in Haslach.

Sie haben sich die anspruchsvolle Mundartunterhaltung auf die Fahne geschrieben – was genau macht das aus?
Ich kombiniere meine Lieder mit Gedichten, Aphorismen und Kurzgeschichten. Außerdem verwende ich neben meinen eigenen Texten gern Material von Mundartdichtern und Liedermachern, die nicht mehr leben, um das Alte ein bisschen zu bewahren.

Ist das Alemannische denn bedroht?
Ich gehe davon aus, dass das Niederalemannische, das ich spreche, sich so nicht halten wird. Es fehlt der Nachwuchs, der die Mundart der Ortenau pflegt.

Was wollten Sie als Kind werden?

Werbung

Maurer.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Eine Parkbank in der Joseph-Brandel-Anlage in Haslach, auf welcher ich öfters Gitarre spiele und dabei mit interessanten Leuten in Kontakt komme.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
"Die Eiche" in Haslach.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Geschichte und Gemeinschaftskunde.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Situationskomik.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Musik.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Das Ende der Geduld" von Kirsten Heisig.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Im Juli zu einer Beisetzung in meinem Heimatdorf Ortenberg.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Im April in "Faustrecht" .

Welche Musik hören Sie gerne?
Rock und Jazz, Soul und deutsche Liedermacher.

Ihre Lieblingsinternetseite?
http://www.geroherr.de

Wovor haben Sie Angst?
Vor aufgebrachten Menschenmengen und Krieg.

Was bringt Sie auf die Palme?
Intellektuelle und andere Formen von Arroganz.
Haben Sie ein Vorbild?
Raimund Discher, ein Verwandter, der als Arzt während des Vietnamkrieges in Hue umgebracht wurde.

Was mögen Sie an sich selbst?
Dass ich trotz Studium, Stadtleben, politischen und gesellschaftlichen Trends meinen dörflichen Wurzeln verbunden bleibe.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
In Herault in Südfrankreich.

Ihr größter Erfolg?
Unsere beiden Kinder.

Mit wem würden Sie warum mal einen Tag lang tauschen?
Mit Konstantin Wecker, um so ansprechende Texte und Musik zu produzieren.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne einmal lesen?
"Mundartinterpret und Liedermacher Gero Herr im ausverkauften Konzerthaus."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Ein Tonstudio einrichten und den Rest in die Altersvorsorge investieren.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingen mir am besten ...
... Speckeier.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... sollte wissen, zu was er es bringen möchte.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich in der Sieferle-Strauße in meinem Heimatdorf sitze.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...... mit meiner ehemaligen Studenten-fußballmannschaft nach Botafogo fliegen und dort kicken.

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... mich mehr um die sozialen Probleme in Freiburg kümmern.

Autor: cfr