Salomon gibt zum Platz der Alten Synagoge nur kurze Erklärung ab

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Mi, 27. September 2017

Freiburg

Der Platz der Alten Synagoge ist, seit er eröffnet wurde, ein großes Thema in der Stadt. Besonders das Wasserbecken mit seinem Umriss der zerstörten Synagoge sorgt für Gesprächsstoff, weil es bei schönem Wetter von manchen mit einem Pool verwechselt wird. Am Dienstag im Gemeinderat gab Oberbürgermeister Dieter Salomon nur eine kurze Erklärung dazu ab.

Der Platz der Alten Synagoge ist, seit er eröffnet wurde, ein großes Thema in der Stadt. Besonders das Wasserbecken mit seinem Umriss der zerstörten Synagoge sorgt für Gesprächsstoff, weil es bei schönem Wetter von manchen mit einem Pool verwechselt wird. Am Dienstag im Gemeinderat gab Oberbürgermeister Dieter Salomon nur eine kurze Erklärung dazu ab.

Groß debattieren wollte niemand im Gemeinderat – vorab hatten sich die Fraktionen verständigt, dass der Oberbürgermeister eine kurze Erklärung zum Platz der Alten Synagoge abgeben solle. Offenbar hatte niemand das Bedürfnis, die öffentliche Diskussion zu befeuern, die sich vor allem um das Wasserbecken und seine – ungewollte – Nutzung dreht. Das Thema hat es sogar in die israelische Tageszeitung The Jerusalem Post geschafft.

Am Dienstag meinte Oberbürgermeister Salomon: "Wir freuen uns, dass der Platz seine Funktion erfüllt und von den Menschen angenommen wird." Doch: "Wir alle haben uns über das Verhalten mancher Leute geschämt", sagte Salomon, "und ich meine ausdrücklich nicht die kleinen Kinder." Es sei eine Frage des Anstands, wie man mit dem Becken umgehe.

Allerdings hätten sich Gemeinderat und Verwaltung nicht träumen lassen, dass nach 15 Jahren Diskussionen, Veranstaltungen und Beiräten – "das, was wir für eine große kommunalpolitische Debatte gehalten haben" – kaum jemand über das Wasserbecken und seine Intention Bescheid wisse. Salomon: "Es ist unsere Bringschuld, Hinweistafeln aufzubauen, welchen Sinn der Brunnen und seine Form haben." Man werde sich mit den jüdischen Gemeinden sowie mit Rami Suliman, dem Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, absprechen und in den nächsten Wochen zwei provisorische Info-Stelen anbringen; nächstes Frühjahr dann soll eine endgültige Lösung gefunden sein. Am Mittwoch werde das Moderationsverfahren starten, bei dem auch besprochen werde, was mit den Fundamentresten der zerstörten Synagoge geschieht, die bei den Bauarbeiten auf dem Platz gefunden wurden.