Scheite, Stämme und eine Skulptur bei der Holzversteigerung in Waltershofen

Bettina Gröber

Von Bettina Gröber

Di, 31. Januar 2017

Freiburg Tuniberg

Holzversteigerung und Waldfest in Waltershofen verbanden auch in diesem Jahr Auktionsatmosphäre und Lagerfeuerfreuden.

WALTERSHOFEN. Traditionell ist in Waltershofen zu Jahresbeginn die Verbindung von Holzversteigerung und anschließendem Waldfest – wie übrigens auch in Opfingen, von wo die BZ im vergangenen Jahr ausführlich berichtete. Am Samstag kamen im Waltershofener Wald in kurzer Zeit insgesamt 104 Ster (Kubikmeter) Kurz-und Langholz unter den Hammer. Auktionatoren waren Ortsvorsteherin Petra Zimmermann und Revierleiter Markus Müller.

Nach einer knappen halben Stunde war alles vorbei: Sowohl das bereits gespaltene Scheitholz als auch das Brennholz in langer Form waren schnell an den Mann gebracht worden. Rund 20 Bieter hatten sich um Markus Müller und Petra Zimmermann versammelt. Die meisten Gebote lagen um die Mindestpreise von 33 Euro pro Ster Langholz und 55 Euro pro Ster Kurzholz. Im Angebot waren Esche und Hainbuche. Der Gesamterlös lag bei 4200 Euro, in Opfingen waren es zwei Wochen zuvor rund 3900 Euro für 100 Ster Holz.

In Opfingen war ebenfalls das komplette Holzangebot weggegangen. Insgesamt, so der zuständige Revierförster, sei die Bilanz "okay". Bereits vor Weihnachten gab in Opfingen und Waltershofen weitere Versteigerungen, insgesamt 1300 Ster Holz wurden dabei verkauft – vor allem an "Profis", wie Markus Müller am Rande der Waltershofener Veranstaltung erklärte: "Das sind oft Leute, die ihren Haushalt komplett mit Holz beheizen – und die dann auch die entsprechende Ausstattung für die Bearbeitung haben." Denn im Dezember waren unter anderem Bäume versteigert worden, die man selbst fällen durfte. Und für diese Tätigkeit braucht man einen Motorsägenführerschein. Im Falle der nun angebotenen Langhölzer, die an Wegrändern gelagert sind, ist das nicht so: Sie dürfen von jedermann weiterverarbeitet werden. Neben den Preisen für Öl und Gas sei auch die Qualität der Winter entscheidend bei der Frage, ob und wie viel Holz ersteigert wird, so Müller: "Die letzte Kälteperiode hat die Vorräte vermindert, jetzt wird nachgekauft."

Nach dem bündigen "amtlichen" Teil ging es am Samstag im Waltershofener Wald schnell weiter mit Gemütlichkeit und Beisammensein. Durch das neue Holztor, das Künstler Thomas Rees gestaltet hat und das sich thematisch unter anderem mit dem Ausbau der Rheintalbahn beschäftigt, gelangte man auf den Platz, auf dem seit rund 15 Jahren das Waldfest stattfindet. "Brutal stolz", so Petra Zimmermann, sei man auf die Skulptur, die offiziell erst im Mai eingeweiht wird. Veranstaltet wurde das Waldfest einmal mehr von der Freiwilligen Feuerwehr. Deren Kommandant Oliver Schandelmaier konnte auf insgesamt 25 Helfer bauen, die sich in zwei Schichten bis in die Abendstunden hinein um die Bewirtung mit Speis und Trank und die heimeligen Lagerfeuer kümmerten. "Zum Fest kommen immer mehr Leute als zur Versteigerung", so Schandelmaier. Und in der Tat setzte der Zustrom der Besucherinnen und Besucher bereits kurz nach dem Ende der Holzversteigerung ein. Musikalische Unterhaltung steuerten die Jagdhornbläser des Hegerings Tuniberg-March bei. Für die freiwilligen Helfer hatte der Tag schon um neun Uhr begonnen: "Einschließlich Auf-und Abbau dauert es bis 23 Uhr, bis wir fertig sind", summierte Oliver Schandelmaier. Probleme, genügend Leute fürs Anpacken zu finden, gebe es nicht.

"Seit mindestens 60 Jahren" gebe es das Waldfest, sagte Helmut Hodapp (72), der als gebürtiger Waltershofener von Anfang an dabei war. Früher hätten die Plätze im Wald gewechselt, "je nachdem, wo das Holz geschlagen worden war". Zunächst hätten die örtlichen Gasthäuser die Bewirtung übernommen, später im Wechsel die Vereine des Ortes. Weil immer wieder Zeit- und Personalmangel bei einzelnen Gruppierungen geherrscht habe, liege die Durchführung des Fests seit Anfang der 1970er Jahre ausschließlich bei der Feuerwehr. Lustig und friedlich gehe es beim Waldfest zu, so Hodapp. Früher sei das nicht immer so gewesen, verriet er augenzwinkernd: "Da gab es schon mal die eine oder andere Rauferei, wenn zu viel getrunken wurde."