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30. September 2011 18:26 Uhr
Stadtverkehr
Pilotprojekt: Drei neue Rad-Schnellwege in Freiburg
Radfahren soll in Freiburg noch attraktiver werden: Zu schmale Wege mit unfallträchtigen Kreuzungen, fehlende Verbindungsstücke, Treppen als Hindernisse und am Autoverkehr ausgerichtete Ampelphasen: Das alles soll es künftig in Freiburg auf eigens geplanten Radschnellwegen nicht mehr geben. Von 2013 an könnte es mit dem Ausbau von drei Strecken als Pilotprojekt losgehen.
Die Stadt will "klotzen, nicht kleckern" mit ihrem "Radverkehrskonzept 2020", sagt Frank Ueckermann, der Leiter des städtischen Garten- und Tiefbauamts. Die geplanten Radschnellwege durch die Stadt sollten so attraktiv und zügig zu befahren sein, dass es morgens am Küchentisch heiße: "Schatz, ich bin spät dran, ich nehme heute das Rad."
Wie die neuen Wege aussehen könnten, wenn der Gemeinderat zustimmt, zeigen drei als Pilotprojekt geplante Strecken: Der Dreisamuferweg, eine Nord-Süd-Verbindung von Vauban über die Eschholzstraße ("Westliche Stadtteile") und eine Strecke noch weiter westlich entlang der Güterbahn. Die Kosten für den Ausbau liegen nach vorläufigen Schätzungen bei gut sieben Millionen Euro. Die Stadtverwaltung hat bereits Mittel aus einem neuen Fördertopf des Landes beantragt. Werden sie genehmigt und die nötigen städtischen Gelder im nächsten Doppelhaushalt bereitgestellt, könnte der Ausbau 2013 beginnen.
Dreisamufer
Der Radweg am Südufer der Dreisam sei als Ost-West-Achse bereits jetzt "sehr attraktiv", weil er weitgehend kreuzungsfrei verlaufe, sagt Bernhard Gutzmer vom Garten- und Tiefbauamt. Trotzdem gebe es einiges zu verbessern, zum Beispiel um Konflikte mit Fußgängern zu vermeiden: So soll das fehlende Stück Fußweg am anderen Dreisamufer bei der Schwabentorbrücke ergänzt werden, Fußgänger könnten dann dorthin ausweichen. Auch in Littenweiler müssten Fuß- und Radweg besser getrennt werden. Die ohnehin sanierungsbedürftige Treppe zur Schnewlinstraße soll bereits demnächst durch eine Rampe ersetzt werden. Auch an der Berliner Allee und – nach deren Erneuerung – an der Kronenbrücke sind Fahrradrampen vorgesehen. Eine weitere Baustelle wäre die Vorfahrt für Radler bei der Querung der Fabrikstraße. "Ein paar Engstellen können verbreitert werden", sagt Gutzmer, auch wenn das zum Beispiel am Luisen- und Mariensteg baulich schwierig sei. Hier soll, wie bei anderen Strecken auch, ein Planungsbüro weitere Ideen entwickeln.
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Güterbahn
Von Gundelfingen bis zur Isfahanallee sowie bei der Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs sollen neue Radwege entstehen. "Im Norden haben wir große Lücken", sagt Bernhard Gutzmer. Im Stühlinger müssten die Brücken über die Ferdinand-Weiß-Straße und und über die Dreisam sowie die Rampe an der Haslacher Straße neu gebaut oder ertüchtigt werden. Dazu kommen sollen weitere Maßnahmen wie eine bessere Beleuchtung der bestehenden Strecken und neu angelegte Fahrtstreifen für Radfahrer im Bereich der Basler Landstraße.
Westliche Stadtteile
"Die Fahrradwege an der Eschholzstraße sind okay", sagt Gutzmer, dort soll die Verkehrsführung nur etwas optimiert werden. "Aber Richtung St. Georgen und Vauban müssen wir richtig was tun." Vor allem entlang der Lörracher Straße sind neue Fahrstreifen für Radler geplant. Das gelte auch für die nördliche Verlängerung der Eschholzstraße ab Friedrich-Ebert-Platz. Eine besondere Verbesserung für Radfahrer, aber auch eine Herausforderung für die Planer ist die Grüne Welle auf dieser Strecke. "Das wird eine Tüftelei im Detail", sagt Gutzmer, zumal die Vorrangschaltung für Straßenbahnen erhalten bleiben soll. Als Standard gelten 20 Stundenkilometer. Er könne sich aber auch vorstellen, eine der beiden Nord-Süd-Routen auf schnellere Radler auszurichten, sagt Amtsleiter Uekermann: "Das passen wir dem Bedarf an."
Hintergrund: Freiburg will Vorfahrt für Radfahrer
Autor: Thomas Goebel
