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17. März 2017

Gewerbegebiet Haid-Süd

Solar-Tetraeder soll die neue Firmenzentrale von Te-Trade werden

Er soll eine tetraederförmige Form haben, außen mit Photovoltaikmodulen bestückt sein und mit 49 Meter Höhe die Gebäude drumherum überragen: Die Freiburger Lichttechnikfirma Te-Trade plant am südlichen Stadteingang von Freiburg einen echten Hingucker.

  1. So soll der Solartetraeder im Gewerbegebiet Haid-Süd einmal aussehen. Foto: Visualisierung: Roland Degner

Der Entwurf von Solararchitekt Rolf Disch wurde bereits Ende 2014 im Gestaltungsbeirat vorgestellt, nun nimmt die Idee konkretere Formen an. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat zugestimmt, dass der geltende Bebauungsplan geändert wird, damit der Solartetraeder genehmigt werden kann.

Im Moment dürfen Gebäude im Gewerbegebiet Haid-Süd maximal eine Höhe von 20 Metern haben – die Dreieckspyramide wäre demnach fast zweieinhalb Mal so hoch. Die Stadtverwaltung findet das in Ordnung. Ihr hat das Projekt von Anfang an gefallen. Bereits bei der Vorstellung im Gestaltungsbeirat Ende 2014 hatte das Rathaus angedeutet, dass es für den Solartetraeder die geltenden Bestimmungen ändern würde. Auch der Gestaltungsbeirat hatte kein Problem mit der Höhe – im Gegenteil: Das externe Gremium war damals Feuer und Flamme, zeigte sich "völlig begeistert" von den Plänen und sprach von einer "Landmark" für Freiburg direkt an der B 3. Der Bauausschuss stimmte am Mittwoch den für das Projekt notwendigen Änderungen im Bebauungsplan einstimmig und ohne Diskussion zu.

Dass seit der ersten Vorstellung der Idee bereits zweieinhalb Jahre vergangen sind, erklärt Te-Trade-Inhaber Paul Heinrich Neuhorst mit den komplexen Abstimmungen für das Gebäude, das alles andere als der Norm entspricht. Es seien Gutachten erforderlich gewesen und zahlreiche Festsetzungen für die Bebauungsplanänderung, die exakt auf das Projekt zugeschnitten wird. Dabei sei es zum Beispiel um den Fledermausschutz gegangen oder darum, ob die Fassade Autofahrer blenden kann. Neuhorst: "Das ging alles ewig." Er hofft nun, dass er im Laufe dieses Jahres das Okay für den Bau bekommt. Danach müssten die Planungen des Solartetraeders aber noch verfeinert werden, außerdem gehe es um die Finanzierung, sagt Neuhorst. Er rechnet mit einer Investitionssumme von zehn bis zwölf Millionen Euro. Vor Ende 2018 würden die Bauarbeiten kaum starten können, sagt Neuhorst.

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Te-Trade will das Gebäude als Firmensitz nutzen, der Lichttechnikspezialist ist derzeit in unmittelbarer Nachbarschaft im Gewerbegebiet Haid ansässig. Dort war früher die Firma Spectral, die 2008 Insolvenz anmelden musste und deren Eigentümer Paul Heinrich Neuhorst war. Dem Unternehmer wäre es lieb, wenn in den Tetraeder, der acht Etagen hat, weitere Firmen aus der Baubranche einziehen würden, so dass ein "Info-Zentrum Bauen" entstehen könnte. Konkrete Verhandlungen gebe es aber noch nicht. Ganz oben ist ein Restaurant geplant.

Konzipiert hat den Solartetraeder Architekt Rolf Disch, der in Freiburg bereits etliche bekannte Projekte wie die Solarsiedlung oder das Heliotrop umgesetzt hat. Auch der Solartetraeder soll durch die Photovoltaikmodule auf der Fassade insgesamt mehr Energie produzieren, als im Gebäude selbst gebraucht wird.

Autor: Jelka Louisa Beule