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15. Dezember 2008 13:27 Uhr
Freiburger Wohnungsmarkt
Soziales Wohnen in Freiburg teurer als frei finanziertes
Nirgendwo wohnt man in Freiburg günstiger als in städtischen Wohnungen. Trotzdem sind die Mieten in den städtischen Sozialwohnungen höher als in deren frei finanzierten. Wie kann das sein?
Seit das städtische Wohnungsunternehmen Freiburger Stadtbau (FSB) seine Mieten in Richtung Mietspiegel anhebt, steht es in der Kritik. Ein Vergleich mit drei Freiburger Baugenossenschaften zeigt jedoch: Tatsächlich ist die Stadtbau im Durchschnitt noch immer die günstigste Vermieterin. Kurios ist allerdings, dass ihre frei finanzierten Wohnungen eine günstigere Durchschnittsmiete haben als die öffentlich geförderten.
Bislang hatte die Stadtbau als Durchschnittsmiete für ihre 7700 Wohnungen einen Preis von 4,97 Euro pro Quadratmeter angegeben (zum Vergleich: Durchschnittsmiete im Mietspiegel ist 6,91 Euro). Allerdings hatte sie diesen Preis bislang nicht aufgesplittet in öffentlich geförderte Wohnungen – also Sozialwohnungen aus dem 1. Förderweg und solche aus dem 3. und 4. Förderweg – und frei finanzierte. Nun hat das Unternehmen auf BZ-Anfrage diese Daten erhoben – mit erstaunlichem Ergebnis.
Vormalige Sozialwohnung drücken die Mietpreise
Danach gibt es in ihren 2500 geförderten Wohnungen einen durchschnittlichen Mietpreis von 5,02 Euro pro Quadratmeter. In den 5200 frei finanzierten Wohnungen ist die Miete dagegen billiger, nämlich 4,92 Euro. Aus diesen beiden Durchschnittswerten ermittelt sich dann der insgesamte Durchschnitt von 4,97 Euro.
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Öffentlich geförderte Wohnungen sind also teurer als frei finanzierte? Wie kann das denn sein? Stadtbau-Geschäftsführer Ralf Klausmann erklärt es so: "Das liegt daran, dass sehr viele unserer frei finanzierten Wohnungen ehemalige Sozialwohnungen sind. Diese sind nach Ablauf der gesetzlichen Belegungs- und Preisbindung von 40 Jahren nun auf den freien Markt gekommen, haben aber immer noch sehr, sehr günstige Mieten." Diese kann die Stadtbau aber nur langsam unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben erhöhen – und im Gesamtergebnis der Stadtbau "drücken" sie damit die Durchschnittsmiete.
Ein Vergleich der Stadtbaumieten mit denen der drei Freiburger Baugenossenschaften zeigt überdies, dass die Stadtbau auch hier bei den Gesamt-Durchschnittsmieten besser abschneidet (siehe Grafik): Bauverein Breisgau, Familienheim Freiburg und Heimbau Freiburg-Teningen haben höhere Durchschnittsmieten. Allerdings haben der Bauverein und das Familienheim die günstigeren geförderten Wohnungen.
Autor: Simone Lutz


