Stadt will illegalen Steg im Windfenster legalisieren

Sina Gesell

Von Sina Gesell

Mi, 22. Februar 2017

Freiburg

Die Verwaltung empfiehlt, die ohne Genehmigung errichtete Verbindung am Hauptbahnhof nun doch nicht komplett zurückzubauen.

Der umstrittene Verbindungssteg im sogenannten Windfenster am Hauptbahnhof beschäftigt die Stadtverwaltung seit mehr als 15 Jahren immer wieder. Eigentlich sollte die illegal gebaute Verbindung zwischen den beiden Gebäuden in diesem Jahr zurückgebaut werden. Nun schlägt die Verwaltung vor, ihn lediglich luftdurchlässig umzugestalten. Das verglaste Bauwerk ist am Mittwoch Thema in der Sitzung des Bauausschusses.

Eigentlich sollte die Lücke zwischen dem Gebäuderiegel als Frischluftzufuhr des Stadtteil Stühlingers bleiben, bis die Firma "Bilfinger + Berger" vor mehr als 17 Jahren den Verbindungssteg ohne Baugenehmigung errichtete. Damit wurde jenes Windfenster verkleinert, das ein Klimagutachten zur Auflage gemacht hatte. "Bilfinger + Berger" wollten ihrem Mieter entgegenkommen, dem Telekommunikationsunternehmen Vartec, das dort 400 Arbeitsplätze schaffen wollte. Vor diesem Hintergrund lehnte die Stadtverwaltung eine Genehmigung zwar ab, sprach aber eine Duldung aus. "Bilfinger + Berger" musste 70 000 Euro Bußgeld hinblättern und Solarzellen installieren.

Aus den Arbeitsplätzen wurde nichts, Vartec ist längst ausgezogen. Mit der neuen Eigentümerin verhandelte die Stadt über einen Rückbau, als spätester Termin war der 31. Mai in diesem Jahr vereinbart. Doch die Hannover Leasing als Eigentümervertreterin hat 2015 angefragt, ob der Steg auch in Zukunft bleiben kann. Einer der Mieter hat laut dem Immobilienfonds Büroflächen sowohl in dem einen als auch in dem anderen Gebäude, Mitarbeiter nutzen die Verbindung.

Dem Wunsch will die Verwaltung nun nachkommen und schlägt vor, den Steg luftdurchlässig umzubauen. So könne die Festverglasung entfernt werden. Schon ein Gutachten vom Jahr 2000 hatte herausgefunden, dass der Steg nur geringe Auswirkungen auf die Durchlüftung hat, ohne Verglasung noch weniger. "Eine gestalterische Beeinträchtigung der klaren Baukörperkonstellation des Bahnhofsensembles bleibt zwar bestehen", heißt es in der Vorlage für den Bauausschuss; doch "in Abwägung mit den betrieblichen Interessen" könne man das hinnehmen.