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24. Mai 2011

Stadtbau will 800 Wohnungen der LBBW übernehmen

Das städtische Wohnungsunternehmen Stadtbau hält an seinem Ziel fest, die 800 in Freiburg liegenden Wohnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu übernehmen. Das sagte Bürgermeister Otto Neideck gestern auf Anfrage.

  1. Die LBBW Immobilien ist auch in Freiburg vertreten. Foto: Ingo Schneider

Um den Verkauf der LBBW-Immobiliensparte bemüht sich seit einiger Zeit ein Konsortium baden-württembergischer Städte, dem auch Freiburg angehört. Nun wurde bekannt, dass dessen favorisierter Partner bei dem Geschäft, das landeseigene Förderinstitut L-Bank, nicht mitmachen will.

Die LBBW ist in Finanznot und braucht eine Kapitalerhöhung. Die EU hat der Bank die Auflage gemacht, sich dafür von ihrer Tochtergesellschaft LBBW Immobilien – dazu gehören rund 24 000 Wohnungen samt Verwaltungspersonal sowie weitere Einrichtungen wie das Projektentwicklungsgeschäft – zu trennen. Das Gesamtpaket sollte eigentlich an eine Tochtergesellschaft des Landes, die L-Bank, verkauft werden – L-Bank-Chef Christian Brand hat nun dankend abgewinkt.

Parallel zu diesen Überlegungen hatte sich ein Konsortium von Städten gebildet, das – so deren Wunsch – gemeinsam mit der L-Bank das Paket kaufen wollte. Neben Städten wie Stuttgart, wo 3900 LBBW-Wohnungen liegen, ist auch Freiburg mit der Stadtbau bei diesem Konsortium dabei; nach zehn Jahren hätten die Städte dann die Wohnungen in ihrem Gebiet übernommen. Weil die Städte selbst für das Gesamtpaket nicht genügend Kapital aufbringen können – die Rede ist von 1,5 Milliarden Euro –, hätte die L-Bank mitmachen sollen.

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Trotz der Absage der L-Bank sieht Bürgermeister Neideck durchaus noch Chancen, dass das Geschäft zustande kommt. Möglich sei auch, dass sich Wohnungsbaugenossenschaften daran beteiligten. Das hatte die Freiburger SPD in einer Pressemitteilung gefordert. Der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Gemeinderatsfraktion, Walter Krögner: "Ein Gesamt-Konsortium aus Kommunen und kommunalen beziehungsweise regionalen Wohnungsbaugenossenschaften sowie regional tätigen Wohnungsbaugesellschaften würde dem im grün-roten Koalitionsvertrag formulierten Ziel einer sozial verantwortlichen Veräußerung und nachhaltigen Bewirtschaftung (der Wohnungen, d. Red.) am nächsten kommen. Ebenso würde dieses Konsortium die Erwartungen an den potenziellen Käufer geradezu beispielhaft erfüllen." Neideck wies allerdings darauf hin, dass in Freiburg nur ein kleiner Teil des LBBW-Bestandes liegt. Deshalb sei auch nicht Freiburg Wortführer des Konsortiums, sondern Stuttgart. Neideck: "Wir sind offen für alle Optionen, aber das entscheiden nicht wir allein."

Autor: Simone Lutz