Neues Sommerfest

"Stattfest": Kultur aus aller Welt auf dem Platz der Alten Synagoge

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

So, 03. Juni 2018 um 13:01 Uhr

Freiburg

Erstmals findet auf dem Platz der Alten Synagoge eine Veranstaltung mit Kultur aus aller Welt statt. Am 30. Juni soll das Bürgerfest "Stattfest" ausgerichtet werden.

Für diverse politische Veranstaltungen und den Tag der Inklusion Anfang Mai wurde der neu gestaltete Platz der Alten Synagoge bereits erprobt, nun steht dort am 30. Juni das erste Bürgerfest an: "Stattfest" heißt es, ist interkulturell ausgerichtet und wird vom Kulturamt, dem Amt für Migration und Integration, dem Verein Südwind und weiteren Partnern veranstaltet. Es gibt Musik, Tanz und Gesang – und drei Hauptacts am Abend: die Klezmer-Band Haiducken, die Sängerin Dobet Gnahoré (Elfenbeinküste) und die Argentinierin Natalia Doco.

Wechsel mit dem Internationalen Sommerfest in der Faulerstraße

Schon seit etwa acht Jahren gebe es im Rathaus die Idee, ein interkulturelles Fest im Herzen der Stadt zu veranstalten, sagt Clementine Herzog vom Kulturamt, die das Fest organisiert. Nach der Fertigstellung des Platzes der Alten Synagoge wird sie nun Wirklichkeit. Vorbild sei das Stuttgarter Sommerfestival der Kulturen, das mehrere Tage dauert. Dies ist auch das Ziel der Veranstalter des Stattfests, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Internationalen Sommerfest in der Faulerstraße im Stadtviertel Im Grün stattfinden soll: Sie hoffen, 2020, im Jahr des Stadtjubiläums, den Platz zwei oder drei Tage bespielen zu können, das Interesse und Potenzial von Künstlerinnen und Künstlern sei riesig, sagt Organisatorin Herzog.

Allerdings bräuchte es dafür ein höheres Budget. "Das Fest lässt sich in verschiedene Richtungen weiterentwickeln", sagt Herzog. Bei der ersten Ausgabe steuert die Stadt 15 000 Euro bei, denselben Betrag wie die Treubau-Stiftung (ehemals Volker-Homann-Stiftung), weitere finanzielle Unterstützung kommt von Sponsoren. Der Gesamtetat beträgt 40 000 bis 50 000 Euro. Der Eintritt ist frei, das Fest soll für jeden zugänglich sein.

Rund 30 Vereine mit Freiburger Bürgerinnen und Bürgern, die internationale Wurzeln haben, beteiligen sich ehrenamtlich am ersten Stattfest am Samstag, 30. Juni, von 14 bis 23 Uhr. Ihr kulturelles und kulinarisches Angebot mit Essen aus Ländern wie Sri Lanka, Ghana, dem Senegal, der Türkei und arabischen Ländern ist vielfältig. Es gibt reichlich Sitzgelegenheiten, aber vor der Bühne auch Platz zum Tanzen. Nachmittags gestalten vor allem Freiburger Initiativen und Kulturschaffende das Programm. Es gibt Tänze beispielsweise aus Lateinamerika, Albanien und Indonesien, Musik der Formation Brasilikum und aus Ghana, der Süduferchor des kulturellen Zentrums E-Werk im Stühlinger und der europäisch-arabische Chor Cantara aus dem Umfeld der Musikhochschule singen, und die Gruppe "Babel Lokalklang" und das kroatische Tamburasi-Orchester treten auf.

Balkan-Musik und Sounds der Elfenbeinküste

Ab 18.45 Uhr folgen dann drei Hauptacts auf der Bühne: Zunächst gibt es Klezmer- und Balkanmusik der Gruppe Haiducken (der Name kommt aus Südosteuropa und bezeichnet bandenmäßig organisierte Gesetzlose und Freiheitskämpfer), anschließend singt die ivorische Grammy-Gewinnerin Dobet Gnahoré, die Veranstalter versprechen eine "energiegeladene Power-Live-Show" mit Tanzeinlagen, bei der sich elektronische Musik mit westafrikanischen Mandingo-Melodien, kongolesischen Rumba-Rhythmen und Pop aus Kamerun verbinden. Den Abend beschließen wird die gebürtige argentinische, in Frankreich lebende Sängerin Natalia Doco; sie "fusioniert auf Französisch und Spanisch uralte Rhythmen und Rituale der Inkas mit eingängigen Melodien" und schaffe "einen ganz eigenen Latin-Folk, Latin-Blues und Latin-Pop", heißt es in der Pressemitteilung der Veranstalter.

Neben dem kulinarischen Angebot und dem kulturellen Programm hat das Stattfest noch einen dritten Bereich mit Tresen und Stehtischen, wo sich die Vereine mit ihrer Arbeit und ihren Inhalten präsentieren und mit den Bürgern in Austausch kommen wollen. Weitere Partner der Stadt und des Vereins Südwind sind der Migrantinnen- und Migrantenbeirat, die Verkehrs-AG, die Event-Firma "Spielplan vier" und das Jazzhaus.

Übrigens: Wer am 30. Juni nicht die Achtelfinalspiele der Fußball-WM schauen will (Deutschland spielt an diesem Tag definitiv nicht), für den gibt es als Alternative zum Stattfest diverse weitere Veranstaltungen in der Stadt: Auf dem Platz an der Messe spielt open air die Metal-Band Iron Maiden. Und in der Oberen Altstadt findet ein Klassiker unter Freiburgs Festen statt: der Oberlindenhock.
Info:

Stattfest: Samstag, 30. Juni, 14 bis 23 Uhr, Platz der Alten Synagoge; Eintritt frei; Infos im Internet: www.freiburg.de/stattfest