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18. Januar 2011
Teuer, aber nicht unter den Top Ten
Ein bundesweiter Vergleich der Mietspiegel des Jahres 2010 sieht Freiburg auf Rang 20 / Marktpreise können deutlich drüber liegen.
Die Wohnungsmieten in Freiburg sind hoch, aber zu einem bundesweiten Top-Ten-Platz reicht es nicht. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Vergleichs der Mietspiegel in 300 Städten, die das Hamburger Marktforschungsunternehmen F+B angestellt hat.
Oberbürgermeister Dieter Salomon hatte die Studie, die von Spiegel-Online verbreitet worden war, in seiner Neujahrsrede zitiert. Fast schon beruhigt konstatierte er, dass Freiburg "nicht ganz oben auf dem Treppchen" gelandet sei, sondern auf Rang 20 der teuersten Städte. Danach liegen die Freiburger Mieten 15 Prozent über dem Durchschnitt. Zum Vergleich: In München sind es 72 Prozent. Allerdings: Die Marktforscher hatten noch nicht den neuen Mietspiegel für Freiburg berücksichtigt, der seit 1. Januar gilt. Legte man ihn mit den leicht gestiegenen Kaltmieten zugrunde, würde Freiburg etwa auf Rang 13 klettern – vorausgesetzt, in anderen Städten gilt nicht ebenfalls ein neuer Mietspiegel.Für ihre Studie hat die "Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH" die Mietspiegel von 500 Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern ausgewertet. Stand Dezember 2010. Sie legte ihrem Vergleich eine fiktive Wohnung mit 65 Quadratmetern mit mittlerer Ausstattung in mittlerer Lage zugrunde. Mitspiegel sollen die Realität abbilden und die Entwicklung der Mieten spiegeln. Er hilft, die "ortsübliche Vergleichsmiete" zu ermitteln, die in juristischen Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern als Maßstab herangezogen werden.
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Bei ihrem Vergleich haben die Hamburger Forscher eine bundesweite Durchschnittsmiete von 5,89 Euro pro Quadratmeter festgestellt. Städte wie Regensburg und Mannheim erreichen genau diesen Wert. Freiburg kommt mit dem alten Mietspiegel auf 6,78 Euro und liegt damit wie Mainz um 15 Prozent über dem Schnitt. Teurer sind zum Beispiel Heidelberg und Frankfurt (16 Prozent), Hamburg (17 Prozent), Wiesbaden (21 Prozent), Düsseldorf (24 Prozent), Köln (27 Prozent). Auf dem "Treppchen" finden sich nach München die Städte Germering (42 Prozent) sowie Dachau, Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen (je 30 Prozent). Zum Teil deutlich unter dem Schnitt finden sich Städte wie Berlin-West (7 Prozent) und Berlin-Ost (11 Prozent), Kaiserslautern (13 Prozent), Paderborn (17 Prozent), Dortmund (19 Prozent) oder Schweinfurt (21 Prozent).
Legt man allerdings den neuen Mietspiegel an, den der Gemeinderat Ende Oktober beschlossen hat und der zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist, rutscht Freiburg einige Plätze nach oben. Denn die Mieten sind im Durchschnitt um 2,1 Prozent gestiegen. Grob gerechnet dürfte die Durchschnittsmiete für die Musterwohnung dann bei 6,92 Euro liegen.
Doch der Mietspiegel ist das eine, die Marktpreise, die bei Neuvermietungen zu erzielen sind, das andere. Auch hierfür hat die B+F neue Daten erhoben. Danach liegt für eine normal ausgestattete Wohnung zwischen 50 und 80 Quadratmeter, die vor dem Jahr 2007 gebaut wurde, die Miete bei durchschnittlich 8,99 Euro. Das ist etwas weniger als vor Jahresfrist.
Wie relativ solche Vergleiche sind, lässt sich an einer inzwischen zwei Jahre alten Studie des deutschen Immobilienverbands ablesen. Weil in Freiburg die Einkommen vergleichsweise niedrig sind, müssen die Bürger so viel wie nirgendwo sonst in Deutschland von ihrem Verdienst für die Miete aufwenden: fast 44 Prozent.
Autor: Uwe Mauch
