Theologisches Erzähltheater: Ein aufregendes Leben in zwölf Szenen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 05. August 2011

Freiburg

Theologisches Erzähltheater bringt Albert Schweitzer und seine Ehefrau Helene auf die Bühne.

Von Albert Schweitzer (1875 bis 1965), dem Urwalddoktor, Atomwaffengegner, Orgelspieler und Friedensnobelpreisträger hat fast jeder schon gehört. Die Frau an seiner Seite ist jedoch weitgehend unbekannt. Helene Schweitzer Bresslau (1879 bis 1957), die als Lehrerin und Krankenschwester ausgebildet war, hatte ihren Mann etliche Male nach Lambarene in das Urwaldhospital begleitet und dort mit ihm gearbeitet. Wegen Krankheit und Kriegsgefahr musste sie ihre Aufenthalte aber auch mehrmals abbrechen.

Über das Leben der Helene Schweitzer Bresslau und ihr Verhältnis zu Albert Schweitzer hat die Freiburger Theaterpädagogin Estella Korthaus ein Erzähltheaterstück verfasst. Titel: "Allein zusammen – Helene Schweitzer Bresslau und Albert Schweitzer. Geschichte einer Freundschaft." Das Stück wird jetzt in der Reihe der Ferienprojekte des theologischen Theaters am Sonntag, 7. August, um 17 Uhr, im Saal der Maria-Hilf-Gemeinde, Zasiusstraße 109, uraufgeführt.

In zwölf Szenen, auf Grundlage der Briefe aus der Zeit von 1902 bis 1912, von Helene an ihren künftigen Ehemann und umgekehrt von Albert an Helene Bresslau, schildert das Theologische Theater "den ungewöhnlich langen und schwierigen Weg, den zwei eigenständige Persönlichkeiten gegangen sind, bis sie sich als Jünger Jesu und als Ehepaar in ihrer gemeinsamen Aufgabe, in Afrika Kranken zu helfen, gefunden haben." (Programmbroschüre)

Das Stück beginnt mit Helene Schweitzer Bresslaus Vortrag, den sie 1952 an der Universität in Freiburg gehalten hat. In den weiteren Szenen wird die Entwicklung der Freundschaft der beiden bis hin zum Heiratsantrag dargestellt. Regie führt die Autorin, Estella Korthaus, gemeinsam mit der Tänzerin Uta Salewski. Es spielen Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Ferientheaterkurses des Theologischen Theaters. Das Theologische Theater ist eine Theaterform, die von dem Schweizer Theologen Walter J. Hollenweger und Estella Korthaus seit 1992 entwickelt worden ist. "Wir wollen stets biblische Inhalte oder Ereignisse der Kirchengeschichte lebendig werden lassen", sagt Estella Korthaus. Sie wird immer wieder von Gemeinden in ganz Deutschland angefragt. Vor Ort stellt sie die Theatergruppe immer neu zusammen.

Am Sonntag präsentieren acht erfahrene Laiendarsteller das völlig neue Stück. Unterstützt werden sie musikalisch von Juliane Brandes (Gesang, Geige, Klavier) und Christoph Barth (Perkussion), die ähnlich wie das Ehepaar Schweitzer auch vierhändig Klavier spielen werden. Interessant ist, dass alle Beteiligten aus verschiedenen Kirchen in Freiburg kommen. Unterstützt wird das Projekt von der Walter J. Hollenweger-Stiftung. Veranstalterin dieses ökumenischen Projekts ist die Maria-Hilf-Pfarrei.

Erzähltheater "Allein zusammen – Helene Schweitzer Bresslau und Albert Schweitzer. Geschichte einer Freundschaft." Uraufführung am 7. August, 17 Uhr, im Maria-Hilf-Saal, Zasiusstraße 109. Der Eintritt ist frei, am Ausgang steht ein Kollektenkörble.