Tradition und Tanzmusik

Bettina Gröber

Von Bettina Gröber

Di, 26. Januar 2016

Freiburg

Viele engagierte "Feurige Salamander" trugen in Ebnet zum Gelingen des Zunftabends bei.

EBNET. Es sei die Mischung aus Brauchtum und Party, die den Zunftabend der "Feurigen Salamander" in Ebnet zu etwas Besonderem mache, sagt deren Oberzunftmeister Markus Schäfers. Und in der Tat: Am Samstag war rund ums "Narri-Narro" in der Dreisamhalle wieder für jeden Geschmack etwas dabei. Abordnungen von insgesamt 24 Zünften aus Freiburg und der Region machten den Ort ebenso zur Brauchtumsbühne wie zur Feierfläche.

Es war zwar etwas nach 20.11 Uhr, aber der Einzug der Zünfte in die Halle fiel dennoch stilecht aus, und die Bühne war schnell voll mit den unterschiedlichen Masken und Hästrägern, die von Gastgeber Schäfers vorgestellt wurden. Mit sechs Programmpunkten von mehreren Zünften wurde der erste Teil des Abends bestritten: Zu sehen gab es eine ausgewogene Mischung aus modernem und traditionellem Tanz sowie humorigen Darbietungen.

Viel Beifall gab es für alle Akteure – egal ob sie nun, wie die "Feurigen Salamander", eine besondere Version von "Schneewittchen und die sieben Zwerge" zum Besten gaben oder aber, wie mit dem Klopfspiel der Berggeister aus Kappel, Kostproben historischer Narrenkunst lieferten. Dank des zunfteigenen DJs "Chessmaster" alias Flo Holzer war im zweiten Teil des Zunftabends für den richtigen Mix aus Partyhits und Tanzmusik gesorgt, so dass sich alle Feierwütigen gebührend austoben konnten.

Die Auftritte auf der Bühne sind das eine – der Einsatz vieler Helfer beim Zunftabend das andere. Rund 55 Freiwillige packten laut Markus Schäfers in Ebnet mit an, allesamt Mitglieder der "Feurigen Salamander". Vom Einlass über die Technik bis hin zur Bewirtung waren sie aktiv. So wie Patrick Burger (32), der die Funktion des Bar-Chefs bereits seit vier Jahren innehat. Mit anpacken, das sei für ihn selbstverständlich: "Man muss was Gutes für den Verein tun", erklärte er von seinem Platz hinter der Theke aus.

Um alle Getränkewünsche bedienen zu können, arbeitete am Samstag ein Team von acht Leuten am Barausschank. Viel Arbeit, und das bis tief in die Nacht – wo bleibt da die närrische Freude? "Spaß ist trotzdem dabei", lachte Patrick Burger, "schließlich ist das unser Abend."

Auch Sven Dufner (51) stellte sich in den Dienst seiner Zunft, nämlich zuerst am Eintritt und später dann noch als Einlasskontrolleur: "Bei uns in Ebnet machen wir das noch selbst, bislang haben wir noch nie eine Sicherheitsfirma gebraucht", erzählte er nicht ohne Stolz. In Ebnet aufgewachsen, sei er auch mit dem Brauchtum groß geworden. Und genau das, die Tradition, sei auch das Wichtigste und das, was ihn zum Mithelfen motiviere. "Feiern ist da zweitrangig", meinte er.

Dass dank dieses Einsatzes beim Zunftabend alles reibungslos verlief, durften die Gäste genießen. Mit seiner Zunft, den "Schauinsländer Berggeistern" aus Kappel, sei er jedes Jahr hier in Ebnet, sagte deren erster Vorstand Georg Schweizer (58) am Rande der Veranstaltung. Das Format des "gemischten Abends" mache für ihn den besonderen Reiz aus. Und außerdem sei das Verhältnis der "Berggeister" zu den "Salamandern" ein sehr gutes, "wir sind schon jahrelang befreundet", so Schweizer. Dass die Ebneter Gastgeber Wert auf ihre Beziehungen zu anderen Zünften legen, zeigte sich auch daran, dass je zwei Vertreter der Gastvereine von Markus Schäfers zum Zunftmeisterempfang im kleinen Kreis geladen wurden.

Oberzunftmeister Markus Schäfers freute sich über 550 Besucher – und darüber, dass alles ruhig und harmonisch verlief. Bis 5 Uhr morgens wurde gefeiert. Nach dem Abend für die auswärtigen Gäste wird es am kommenden Wochenende bei den "Feurigen Salamandern" noch einmal rundgehen – dann mit einer Veranstaltung nur für die Ebneter: "Vom Dorf fürs Dorf" lautet das Motto des Brauchtumsabends, bei dem laut Markus Schäfers die Geschehnisse vor Ort "durch den Kakao gezogen" werden sollen.