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09. Januar 2015

Drittes und viertes Gleis

Neue Hochwasserschutz-Richtlinien verzögern Bahntrassen-Planung

Neue Hochwasserschutz-Richtlinien verzögern die Planung für das dritte und vierte Gleis.

  1. Die neue Trasse der Rheintalbahn folgt bei Freiburg dem Verlauf der Autobahn (hier: Hochdorf). Der Hochwasserschutz ist durch diese Bündelung relativ einfach zu gewährleisten. Foto: Stadtverwaltung Freiburg

Die gestiegenen Anforderungen bedeuten etwas höhere Ausgaben für die Bahn, die sich jedoch – anders als im südlich anschließenden Planungsabschnitt – im überschaubaren Rahmen halten. Fest steht allerdings schon jetzt, dass sich der Fortgang des Verfahrens um mindestens ein halbes Jahr gegenüber dem ursprünglichen Plan verzögert.

Die neue Bahntrasse folgt zwischen Riegel und Buggingen exakt der Autobahn. Das hat im Hinblick auf den Hochwasserschutz den Vorteil, dass sich die Bahn an den ohnehin vorhandenen Schutz ohne größere Erdbewegungen oder Bauten "anhängen" kann. Neuralgische Punkte sind lediglich die Anschlussstellen Freiburg-Mitte und Freiburg-Süd, an denen die Überflutungsflächen für ein hundertjähriges Hochwasser (HQ 100), das als planerische Berechnungsgrundlage für den Hochwasserschutz dient, bis unmittelbar an die Autobahn heranreichen. Insbesondere an der Anschlussstelle Mitte droht Ungemach, denn der Rand des Hochwasserrückhaltebeckens Dietenbach, das im südlichen Bogen der Autobahnausfahrt liegt, wird von der geplanten Trasse durchschnitten. Doch dieses Becken, das dem Schutz der Gemeinden Umkirch und Gottenheim vor 50-jährigem Hochwasser dient, wird vom zuständigen Entwässerungsverband Moos ohnehin umgebaut werden, um den Anforderungen von HQ 100 zu genügen.

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Die Freiburger Stadtverwaltung, die für die Planfeststellungsabschnitte (PfA) 8.1 Riegel – March) und 8.2 (Freiburg – Schallstadt) das Anhörungsverfahren für alle betroffenen Gemeinden führt "hat ihre Hausaufgaben gemacht", wie Stadtsprecherin Edith Lamersdorf erklärt. Die Veränderungen, die sich im PfA 8.1 durch das veränderte Hochwasserrisikomanagement ergeben haben, wurden in die Stellungnahmen eingearbeitet, die das Regierungspräsidium (RP) eingeholt hat. Die Landesbehörde hat die gesammelten Stellungnahmen an das Eisenbahnbundesamt (EBA) weitergeleitet. Für PfA 8.2 wird es etwas länger dauern. Anstatt, wie ursprünglich vorgesehen, im dritten Quartal 2014 werden die Planfeststellungsunterlagen nun frühestens im September 2015 beim EBA eingereicht. Dort werden die Unterlagen geprüft, anschließend wird vom RP die Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit eingeleitet. Für den Bauabschnitt 8.1 ist frühestens im Februar mit diesem Schritt zu rechnen, für 8.2 entsprechend später.

"Im Prinzip plant die Bahn", erklärt RP-Sprecher Michael Adler, "wir begleiten und unterstützen den Prozess und bündeln die Interessen." Michael Baufeld, bei der Bahn Sprecher für das Projekt Neubautrasse Karlsruhe-Basel, bleibt zu den Auswirkungen des Hochwasserschutzes auf die Planung vage. "Wir haben im Moment keine Kenntnis, ob es zu Verzögerungen oder Verteuerungen dadurch kommt." Angesichts der vielen Probleme bei der generellen Trassenführung und beim Lärmschutz scheint das Hochwasser in der Tat eines der kleineren Hindernisse für dieses Projekt zu sein.

Infos zu den Abschnitten des Bahnprojekts: http://mehr.bz/bahn-neubau Interaktive Hochwasser-Risikokarte: http://mehr.bz/wasserschutz14

Autor: Frank Thomas Uhrig