12. November 2008
Unerklärliches Brummen
Es brummt und brummt und hört nicht auf: Viele Menschen hören hauptsächlich nachts und in Gebäuden ein tiefes Brummen, dessen Quelle ihnen ein Rätsel ist. Dieses Geräusch raubt manchen Betroffenen den Schlaf und lässt ihr Herz rasen. Über den Brummton und seine Hintergründe unterhielt sich BZ-Mitarbeiterin Elisabeth Schleep mit dem Freiburger Hals-Nasen-Ohrenarzt Michael Deeg.
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Deeg: Die Betroffenen berichten, das Brummen ähnele einem Ventilator oder einem Dieselmotor. Dabei ist der Brummton etwas komplett anderes als ein Tinnitus. Die Geräusche, die Tinnitus-Patienten wahrnehmen, entstehen direkt im Innenohr oder in der Hörbahn, sie haben demnach keine äußere Quelle. Der Brummton hingegen kommt allem Anschein nach von außen.
BZ: Wie lässt sich das Phänomen wissenschaftlich erklären?
Deeg: Eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung gibt es leider nicht, es gibt nur mehrere Theorien. Man geht zum Beispiel davon aus, dass die Töne im Frequenzbereich unter 125 Hertz liegen, der von Menschen normalerweise nicht wahrgenommen werden kann. Man könnte sagen, dass Menschen, die einen Brummton hören, möglicherweise eine besondere Fähigkeit haben. Auf keinen Fall sollte man die Betroffenen generell als psychisch auffällig abstempeln.
BZ: Was können die Betroffenen gegen den Brummton tun?
Deeg: Gegen den Ton können sie leider gar nichts tun. Diese besondere Fähigkeit, die sie besitzen, ist nicht behandelbar – zumindest nach momentanem Kenntnisstand.
Das Selbsthilfebüro der Paritätischen Dienste Freiburg plant, eine Interessengemeinschaft Betroffener zu gründen. Kontaktaufnahme über das Selbsthilfebüro,
Tel. 0761/2168735, oder per E-Mail an
selbsthilfe@kur.org




