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09. Oktober 2013

Verbindung der Generationen als Ziel

Der Stadtseniorentag berät über Strategien gegen Vereinsamung im Alter / Podiumsdiskussion zeigt viele Lösungsansätze auf.

  1. Um Projekte für alte Menschen ging es bei der Podiumsdiskussion im Bürgerhaus am Seepark. Foto: ingo schneider

Die Vorsitzende des Stadtseniorenrates Ellen Breckwoldt war sichtlich zufrieden. Der große Saal im Bürgerhaus am Seepark war beim Seniorentag bis zum letzten Platz gefüllt, die gewünschte Resonanz erreicht. Und das straff geplante Programm lief reibungslos ab.

Das gesteckte Ziel des Tages: Eine Basis schaffen, um die Menschen verschiedenen Alters dort zusammen zu bringen, wo sie leben, also ein "Miteinander der Generationen im Quartier" zu schaffen, so der Titel der Veranstaltung. Eine aus diesem Tag hervorgehende Dokumentation soll Sozialbürgermeister Kirchbach übergeben werden – und Konkretes in den Stadtteilen verändern.

Nach der Eröffnung durch die 79-jährige Breckwoldt und einem Grußwort vom Vorsitzenden der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit, Jack Huttmann ("Ich bin jetzt 60 Jahre, da gehöre ich schon zu den Senioren") ging es zur Sache. Ein kurzes Impulsreferat von Professorin Cornelia Kricheldorff von der Katholischen Hochschule führte ins Thema ein: Den rasanten Wandel von Demoskopie und Lebensformen, die oft große räumliche Distanz zwischen den Generationen und die negativen Folgen daraus für die älteren Menschen.

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150 000 Euro stehen im städtischen Doppelhaushalt 2013/2014 für die Projektarbeit in den Quartieren zur Verfügung. Die meiste Arbeit des Stadtseniorenrats werde ehrenamtlich geleistet, das Geld werde für die hauptamtlichen organisierenden Mitarbeiter gebraucht, so Breckwoldt. Der Seniorenrat setze sich für die Belange der Menschen ab 60 ein. 20 Begegnungsstätten in Freiburg sollen "mit ins Boot geholt werden". Sie für alle Bürger zu öffnen, jung und alt, sei ein maßgebliches Ziel. Gemeinsames Essen sei ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Vereinsamung, denn in den Begegnungsstätten sitze niemand alleine wie im Gasthaus und komme so ins Gespräch.

Bei der Podiumsdiskussion ging es um bereits bestehende Projekte in Freiburg. Silke Ambrosy von der Caritas stellte den Zähringer Treff vor, der in vorbildlicher Weise das "Miteinander von Generationen" realisiere. In einer "für alle offenen Atmosphäre" biete der Treff beispielsweise Tanz- oder Sprachkurse für jedes Alter. Beate Hansinger vom Begegnungszentrum Stühlinger berichtete von ihrer Ausflugsreihe "Interessante Orte um Freiburg", bei der Menschen jeden Alters zum Beispiel nach St. Ottilien fahren können. Auch gebe es Nachmittage mit Schachspielen zwischen Alt und Jung. Stefanie Klott von der Katholischen Hochschule Freiburg gab sich ganz optimistisch: "Es kommt darauf an, dass Menschen eine Idee haben, eine Vision. Dann kann unheimlich viel wachsen."

Die Verbindung zwischen den Generationen ist für Breckwoldt so wichtig, weil beide Gruppen "einiges füreinander tun können". So würden Ältere gerne Kindern bei den Hausaufgaben, Jugendliche Älteren beispielsweise beim Einkauf helfen. Diese Kooperation halte erstere lange fit und biete letzteren Gelegenheit, viel für sich zu lernen. Die Podiumsdiskussion sollte Anreize für die folgenden fünf Workshops geben, in denen es dann um konkrete Ziele ging.

Autor: Wolfgang Weismann