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15. April 2011

Vereint am Rosskopf

Weil die Stadt die Haftung nicht mehr übernimmt, springt beim Borderline-Trail ein Verein ein.

  1. Mountainbiker im Freiburger Stadtwald: Bis zu 500 Radsportler sind am Wochenende auf dem „Borderline-Trail“ im Rosskopfgebiet unterwegs. Foto: Ingo Schneider

Der "Borderline-Trail" gehört für Insider zu den schönsten Mountainbike-Strecken weit und breit. Der etwa sechs Kilometer lange Kurs führt über 450 Höhenmeter durch den Freiburger Stadtwald ins Gebiet um den Rosskopf. Die Stadt Freiburg will die Haftung nicht länger übernehmen – deswegen müssen die Mountainbiker nun einen Verein gründen, der Versicherungen für alle Nutzer abschließen soll.

Die Mountainbike-Strecke am Freiburger Rosskopf lockt deutschlandweit Sportler an. "Borderline" heißt die Tour, weil die Strecke den Grenzsteinen der Freiburger Gemarkung zum Ortsteil Ebnet folgt. Im Frühjahr sind dort am Wochenende zwischen 400 und 500 Biker unterwegs. Damit das so bleibt, gründen Mitglieder der lokalen Bikerszene um Ansgar Wasmer (25) jetzt den Verein "Mountainbike Freiburg". Dieser wird künftig bei Unfällen haften und für die Streckengestaltung und -pflege zuständig sein. Mit dem Einverständnis der Forstbehörde haben die Biker seit Frühjahr 2007 die "Borderline"-Strecke mit Naturmaterialien gebaut und treffen sich zweimal im Jahr – ausgestattet mit Schaufeln, Spaten und Spitzhacken, um die Tour auch ordentlich in Schuss zu halten.

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Kleines Problem an der Geschichte: Das Forstamt hat die Strecke zwar abgenickt, eine offizielle Genehmigung gab es jedoch nicht, also auch keine rechtliche Regelung. Jetzt wurde klar: Die Stadt kann die Haftung bei Unfällen auf einer so stark genutzten Piste nicht übernehmen. "Da die Strecke in den vergangenen Jahren immer prominenter und bekannter geworden ist, sind wir an die Verantwortlichen herangetreten, um über eine rechtliche Regelung zu reden", erzählt Klaus Schuler, stellvertretender Leiter des Forstamtes. Damit die "Borderline" am Rosskopf erhalten bleiben kann, gründen Ansgar Wasmer und bislang acht Mitstreiter jetzt den neuen Verein "Mountainbike Freiburg", damit die Radsportler künftig ganz offiziell und rechtlich geregelt die Strecke fahren können. "Wir haben eine Satzung geschrieben, in der Zweck, Beitragskosten, Pflichten des Vereins aufgeführt sind", erzählt Ansgar Wasmer. Diese Satzung werde momentan vom Finanzamt geprüft, damit die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt werden könne.

Die Sportversicherung beträgt 150 Euro insgesamt im Jahr; für Nichtmitglieder muss der Verein eine Zusatzversicherung abschließen, die sich auf rund 200 Euro im Jahr beläuft. "Die Resonanz ist auf jeden Fall sehr groß", so Ansgar Wasmer. Er rechnet innerhalb kürzester Zeit mit mehr als 100 Mitgliedern.

Autor: Alina Eikenbusch