Freiburg

Die Volksbank-Zentrale in der Bismarckallee wird im Herbst abgerissen

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Do, 23. Februar 2017

Freiburg

Im Sommer soll das Übergangsdomizil im alten Dresdner-Bank-Gebäude bezogen werden.

Die Mitarbeiter der Volksbank Freiburg stehen vor außergewöhnlichen Monaten. Zum 150.Geburtstag der Bank wird die Belegschaft der Zentrale in der Bismarckallee in ihr vorübergehendes Domizil im nicht weit entfernten ehemaligen Dresdner-/Commerzbank-Gebäude umziehen. Dies soll im Juli und August der Fall sein, wie Volksbank-Chef Uwe Barth am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz ankündigte. Erste Abrissarbeiten in der dann verwaisten Zentrale sollen im Oktober beginnen.

Wie berichtet, plant die Volksbank einen Neubau auf dem Gelände des alten Sitzes. Der Bauantrag soll nach im Frühjahr gestellt werden. Den Komplex inklusive Hotel und neuer Aula für das St. Ursula-Gymnasium stemmt die Bank zusammen mit dem Breisgauer Katholischen Religionsfonds. Läuft alles wie geplant, fangen die Bauarbeiten im Sommer 2018 an. Barth rechnet mit einer Bauzeit zwischen zweieinhalb und drei Jahren.

Anlässlich ihres 150. Geburtstages bringt die Bank ein neues Online-Magazin heraus, das sich mit der Geschichte des Finanzinstituts und den zukünftigen Herausforderungen befasst. Bekannte Freiburger Wirtschaftsgrößen wie der Instrumentenbauer Isidor Nosch, der Verleger und Druckereibesitzer Eduard Daniel Poppen und Gießereieigentümer Eduard Fauler hatten die Bank als Selbsthilfeeinrichtung 1867 gegründet.

Bank will kräftig in die Digitalisierung investieren

Aufstrebende Betriebe kamen damals nur schwer oder überhaupt nicht an Kapital, also gründeten die klugen Köpfe eine Gewerbebank. "Bei dem Finanzinstitut haftete jeder der Mitglieder im Pleitefall mit seinem gesamten Vermögen", sagte Barth. Ein guter Anreiz, so der heutige Vorstandschef, vorsichtig mit Geld umzugehen. Diesem Leitsatz sei die Bank bis heute gefolgt, auch wenn die Genossen (Mitglieder) der heutigen Volksbank nur noch mit ihrer Einlage hafteten.

In dem Online-Magazin können Interessierte beispielsweise Interviews mit dem Wirtschaftsweisen Lars Feld oder dem Zukunftsforscher Matthias Horx finden. Die Publikation steht unter dem Motto "Zukünfte" und soll sich den Themen widmen, die Unternehmen und Menschen in der Region prägen, wie Barth sagte.

Der Vorstandschef machte klar, dass sich die Veränderungen in der Bankenlandschaft angesichts der zurückgehenden Erträge wegen der Niedrigstzinsen fortsetzen. Nach seiner Einschätzung wird die Volksbank im Jahr 2020 rund 20 Filialen aufweisen. Derzeit sind es 32. Man werde das Filialkonzept in den kommenden Monaten überarbeiten und Standortentscheidungen für 2018 und danach treffen. 2016 schloss die Bank drei Filialen, 2017 eine. Entscheidend für die Standortauswahl sei das Nutzungsverhalten der Kunden, sagte Stephan Heinisch, der für das Privatkundengeschäft zuständig ist.

Gleichzeitig will die Bank in die Digitalisierung investieren. Derzeit würden fünf Prozent der Kunden das Angebot der Bank nur über digitale Kanäle nutzen, 2020 werden es 15 Prozent sein, prognostizierte Barth. Dazu kämen 60 Prozent, die ihre Filiale vor Ort besuchen und auf Online-Kanäle zurückgreifen.

Das Geburtstag-Magazin der Volksbank finden Sie unter http://www.zukuenfte.de