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25. Juni 2013

Stadtteil Herdern

Wachsende Unruhe am Freiburger Friedrich-Gymnasium

Insider berichten von Problemen und Verwerfungen an der Traditionsschule / Rektor weist die Kritik an ihm zurück.

Der Schulleiter des traditionsreichen Friedrich-Gymnasiums in Herdern steht eineinhalb Jahre nach seinem Dienstantritt massiv unter Druck. Die Anmeldezahlen fürs nächste Schuljahr sind eingebrochen – es wird nur noch eine statt zwei fünfte Klassen geben. BZ-Informationen zufolge denken mehrere Eltern daran, ihre Kinder abzumelden. Eine komplette Klassen erwäge gar einen Wechsel. Die Stimmung sei am Boden. Weder Elternbeirat noch Lehrer wollen offiziell Stellung nehmen, doch Insider machen eine Führungsschwäche des Rektors dafür verantwortlich. Das Regierungspräsidiums bestätigte das "Personalproblem" mit dem Schulleiter. Wolfgang Jäger selbst schätzt den Konflikt als "nicht gravierend" ein. An jeder Schule gebe es Dinge, die nicht rund laufen.

Eine, die die Geschicke der Schule seit Jahrzehnten kennt, ist Rita Stoephasius. Sie war 20 Jahre lang Lehrerin am Friedrich-Gymnasium und ist bis heute in engem Kontakt mit der Schule. Sie spricht von einer gefährlichen Krise, die die Schule in ihrem Fortbestand gefährde: "Es geht hier nicht um störende Befindlichkeiten, sondern um Verwerfungen, die Anlass zu größter Sorge sind." Konkrete Klagen der Schulgemeinschaft, von Schülern bis Eltern und Lehrern, lägen der mit Schulpersonalien befassten Abteilung 7 des Regierungspräsidiums schon lange schriftlich vor, berichtet Stoephasius. Eine Evaluation im Auftrag des Regierungspräsidiums, bei der dem Vernehmen nach etwa 40 Unterrichtsstunden besucht wurden, habe das angespannte Klima und die unguten Zustände bestätigt.

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Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik weiß von den Problemen, ihr Amt aber ist nicht für Personalangelegenheiten zuständig. Sie habe das Regierungspräsidium dringend gebeten, den schwelenden Konflikt zwischen Schulleiter und Schulgemeinde zu lösen, sagte Stuchlik. RP-Sprecher Joachim Müller-Bremberger bestätigt, dass es heute ein Gespräch zwischen dem Schulamtspräsidenten Rudolf Bosch und der Sprecherin des Elternbeirats, Susan Mehraein, gebe. Die will sich – wie im Elternbeirat beschlossen – nicht öffentlich äußern, solange noch mit den Behörden nach einer Lösung gesucht werde.

Die Situation am Friedrich-Gymnasium hatte unter anderem auch zu Spekulationen über eine mögliche Fusion mit dem Berthold-Gymnasium in der Oberau geführt. Das weisen Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik und Rektor Jäger zurück. Der Schulleiter kann Sorge und Kritik nicht verstehen. Die rückläufigen Anmeldezahlen hätten ihre Ursachen im Ressourcenbereich. Und an jeder Schule krisele es irgendwann, "aber ich sehe unsere Schule auf einem guten Weg."

Autor: Julia Littmann