Trauer

Walter Mossmann ist tot

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Sa, 30. Mai 2015 um 19:09 Uhr

Freiburg

Der Freiburger Autor und Liedermacher starb in der Nacht zum Samstag nach schwerer Krankheit. Mossmann war ein wichtiger Ideengeber der Anti-AKW-Bewegung.

Walter Mossmann ist gestorben. Das erfuhr die Badische Zeitung aus seinem Freundeskreis. Der Freiburger Politbarde, Autor und Journalist erlag in der Nacht zum Samstag im Alter von 73 Jahren in einem Krankenhaus in Breisach einem Krebsleiden.

Der gebürtige Karlsruher, der seit 1951 in Freiburg lebte, war ein wichtiger Aktivist und Ideengeber der deutschen Anti-AKW-Bewegung, er beteiligte sich in den 1970er Jahren mit seiner Klampfe und Protestliedern, teils auch in alemannischer Mundart, an Bauplatzbesetzungen bei Wyhl am Kaiserstuhl und beim niedersächsischen Gorleben.

Bekannt war Mossmann in der Liedermacherszene da schon seit Auftritten auf der Burg Waldeck 1965 und 1966. Als Student (Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie) mischte er in Freiburg, Tübingen und Hamburg in der Studentenbewegung und APO mit. Musikalisch orientierte er sich an französischen Chansonniers wie Georges Brassens, inhaltlich gab es zeitweise Parallelen etwa mit Wolf Biermann, mit dem Mossmann nach dessen Ausbürgerung aus der DDR zwei Mal gemeinsam auftrat.

Als Rundfunkmoderator und Autor kritischer Radiofeatures geriet Mossmann in den 1970er Jahren in Konflikt mit etablierten öffentlich-rechtlichen Sendern, trennte sich und machte als freier Autor weiter; er publizierte immer wieder auch in der Badischen Zeitung. 1982 bekam er den Deutschen Kleinkunstpreis und 1990 ein Stipendium des Reinhold-Schneider-Preises der Stadt Freiburg.

Stark engagierte sich Mossmann für das Schicksal der Ukraine nach der Unabhängigkeit, er lebte zeitweise in Freiburgs Partnerstadt Lemberg (Lviv) und hatte dort auch familiäre Bindungen.