Weizengras-Shake in der "Abgrasbar"

Annalena Ehrlicher

Von Annalena Ehrlicher

Mo, 27. Juli 2015

Freiburg

Heimische Produkte, aber auch Informationen und Unterhaltung beim Agrikultur-Festival.

Zum vierten Mal hat am Wochenende im Eschholzpark das Agrikultur-Festival stattgefunden, organisiert von der Forschungsgesellschaft Die Agronauten, dem Weingut Andreas Dilger, dem BUND Freiburg sowie verschiedenen regionalen Initiativen. Sowohl etablierte Vereinigungen wie das Mietshäusersyndikat, als auch im Entstehen befindliche Kooperationen wie das St. Georgener Backkollektiv waren dabei vertreten.

Hannes Küchlin gehört zum Backkollektiv. Er arbeitet seit vier Jahren daran, eine alte Backstube wieder in Betrieb zu nehmen, um qualitativ hochwertiges Brot mit Getreide aus der Region herstellen zu können: "Unsere Ambition ist, alles zu vernetzen." Es könne nicht nur um Geld gehen, die Gesellschaft müsse sich überlegen, was wirklich wichtig sei. Die kleinbäuerlichen Strukturen verschwänden immer mehr, wodurch eine große Vielfalt verloren gehe. "In unserer Gesellschaft funktioniert Anerkennung über Geld. Wenn man sich hier umschaut, sieht man viele Leute, denen es nicht darum geht, Geld zu verdienen, sondern vielleicht ein bisschen was zu bewegen."

Neben Informationen war auch für Unterhaltung gesorgt, wenn unter einem großen Zelt auf der Bühne Bands auftraten und sich Theaterstücke mit Podiumsdiskussionen und Vorträgen ablösten. Neben einer Imker-Kooperative gab es einen Infostand zum umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP. Ein Kinderabenteuerhof lockte die jüngsten Besucher, eine Gemüsekooperative die Großen, die sich zu Snacks aus biologisch-regionalen Anbau einen Chai im "Little Chai Shop" oder wie Jutta Volderauer einen alkoholfreien Weizengras-Shake in der "Abgrasbar" genehmigten. "Sehr erfrischend", behauptete sie lachend. "Schmeckt halt nach Gras, aber warum auch nicht." Die Freiburgerin legt wie die meisten Besucherinnen und Besucher Wert darauf, zu wissen, woher die Produkte kommen. "Ich kenne meine Bauern", sagte sie. "Essensprodukte müssen nicht günstig sein, sondern gut – in unserer Gesellschaft wird das gerne mal vertauscht."

Sie selbst verarbeite immer alles bis zum Schluss. "Aus allem, was ich bei Gemüse wegschneide, kann ich zum Schluss im Zweifelsfall noch eine Gemüsebrühe machen", erklärt sie. Beim AgriKultur Festival spüre man, dass diese Einstellung inzwischen auch mehr und mehr zum Zeitgeist werde – "hoffentlich".