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Welttag des Buches: Das sind die Lieblingsbücher der Freiburger

Julia Littmann und Yvonne Weik

Von Julia Littmann & Yvonne Weik

Fr, 21. April 2017

Freiburg

Es ist der Feiertag für alle Leseratten: Jedes Jahr am 23. April wird der Welttag des Buches gefeiert. Die Unesco hat den Tag eingerichtet, um das Lesen zu feiern. Doch was lesen die Freiburger eigentlich am liebsten? Die BZ hat sich umgehört.

Für Daniel Cartis ist jeder Tag ein Tag des Buches. Auch der 23. April, der als Welttag des Buches gefeiert wird. Daniel Cartis wird wie jeden Tag in seinem persönlichen Lieblingsbuch lesen, in der Bibel. "Es gibt kein Buch, das einen mehr berührt", sagt der 57-jährige Freiburger Bächleputzer. Für ihn ist die Bibel auch inspirierende Pausenlektüre, mitgeführt in einem Fach unter der Schubkarre. Es ist genau so, wie man sagt, erklärt Daniel Cartis, "die Bibel ist das Buch der Bücher – und sie wird einem nie langweilig."

Jüngeren Datums – nämlich von 1971 – ist das Lieblingsbuch von Jana Klings. Die 27-jährige Buchhändlerin war bundesweite Jahrgangsbeste in ihrem Ausbildungsjahr und arbeitet in der Jos Fritz Buchhandlung. "Malina" von Ingeborg Bachmann wurde vor sechs Jahren zum langjährigen Lieblingsbuch: "Es hat so zu meinem Leben gepasst. Beim Lesen dachte ich die ganze Zeit – genau! Diese Art das Leben, Beziehungen, Problemlagen zu reflektieren, das spricht mich bis heute sehr an." Und das will was heißen, denn von Berufs wegen liest die studierte Historikerin eigentlich ständig und mit großem Vergnügen Neues.

Das tut auch Romy Zours. Und doch hat auch die einstige Lehrerin, heute Marktfrau und Lesepatin, eine kleine Liste von Langzeitfavoriten. Ganz oben: "Jakob der Lügner" von Jurek Becker. "Es bringt ein so tragisches Thema – Leben im Ghetto – mit solcher Tiefe und solchem Humor, das ist sehr besonders." So besonders, dass das Buch von so bewegender Menschlichkeit über die Jahre immer wieder in Romy Zours Blickfeld "auftaucht" – und mit Gewinn wieder gelesen wird. Wie man es eben nur mit Lieblingsbüchern macht.

Emilio Friedrich (8) ist ziemlich stolz: "Ich hab in vier Tagen in der Osterferien die Hälfte des zweiten Bandes geschafft. 350 Seiten!" Zweiter Band von was? Na von Harry Potter natürlich, seiner Lieblingsbuchreihe der Erfolgsautorin Joanne K. Rowling. Seine Schwester Paula hat alle sieben Bände gelesen, das will Emilio auch schaffen. "Es ist so spannend. Und hat so vielen Seiten", erklärt er. Und noch eine Motivation gibt’s für den Schnellleser aus der zweiten Klasse: "Ich darf erst die Filme sehen, wenn ich die Bücher gelesen habe, sagt meine Mama."

Virginia Roßbach ist täglich von zehntausenden Büchern umgeben. Die 18-Jährige ist Auszubildende der Stadtbibliothek – und wie sie selbst sagte ein echter Bücherwurm. "Ich lese eigentlich schon immer gerne", erzählt sie. Und was ist ihr Lieblingsbuch? "Ohhhh!" Virginia Roßbach muss nachdenken. "Am liebsten eigentlich alles von Markus Heitz", sagt sie, "Fantasy-Thriller sind das. Mit ’nem bisschen Horror." Die Bücher seien nur was für Erwachsene, "aber ich hab früh damit angefangen, so mit 12, 13 Jahren." Und hat sie danach trotzdem immer gut geschlafen? "Ja klar", sagt sie und lacht.