Freiburger Topmodel

Wie die Mutter von Anna Ewers den Aufstieg erlebt

Adrian Hofmann

Von Adrian Hofmann

Fr, 27. Februar 2015 um 07:22 Uhr

Freiburg

Anna Ewers steiler Aufstieg im Model-Business begeistert auch ihre Familie in Tiengen. "Wir finden das alles ganz spannend", sagt ihre Mutter Eva Schubert-Ewers, "aber auch sehr überraschend."

Etwa einmal in der Woche telefonieren sie, Mutter und Tochter, dann erfährt die Familie daheim von den nächsten Kampagnen, die für Anna in New York anstehen – und natürlich auch Privates.

"Ich mag das Bardot-Foto nicht so sehr" Eva Schubert-Ewers
"Wir sind sehr stolz auf Anna", sagt Eva Schubert-Ewers und fügt schnell an: "Das sind wir aber auch auf unsere anderen beiden Töchter." Annas Modelkarriere ist nun ja schon länger bekannt, aber mit der jüngsten Entwicklung wurde alles Bisherige getoppt. Wie berichtet ziert Anna das Titelbild des aktuellen Modemagazins Vogue (Fotos), und das in fünf Varianten. Das Konzept hinter der besonderen Ausgabe: Sechs Starfotografen sollten sich ihr ganz persönliches Bild von der 21-Jährigen machen. Auf einem Foto des berühmten Fotografen-Duos "Luigi & Iango" sieht sie aus wie Brigitte Bardot.

"Ich mag das Bardot-Foto nicht so sehr", sagt Annas Mutter. "Da sieht sie nicht aus wie Anna." Aber die viele Schminke verändere sehr stark, und auf den wenigsten Inszenierungen ist sie letztlich ihre Anna, die vor wenigen Jahren noch brav ihr Abitur in Freiburg gemacht hat.

Eva Schubert-Ewers, von Beruf Lehrerin, ist ganz die besorgte Mutter. Am Anfang des Aufstiegs ihrer Tochter hatte sie sich viele Gedanken gemacht. Dass sie möglicherweise in diesem harten Geschäft unter die Räder kommen könnte, dass sie vielleicht sogar Gefahr laufen könnte, wie viele Models abzumagern oder Drogen zu nehmen. Mittlerweile ist sie sich aber sicher: "Ich traue ihr zu, dass sie das alles hinbekommt."

Anna sei sehr ausgelastet, es sei "eher zu viel als zu wenig". Und so gut, wie es momentan laufe, bleibt das wohl auch so. Obwohl Anna in New York durchaus auch in Zeitschriften präsent beziehungsweise auf einem riesigen Plakat an einer Häuserfassade zu sehen ist, werde sie eigentlich nicht auf der Straße erkannt – Millionenmetropole: "Dort fällt so schnell niemand auf."

Fragt man nach Annas Privatleben, wird ihre Mutter etwas wortkarg; verständlich. Sie lebe in Brooklyn, soviel verrät Eva Schubert-Ewers, und zwar mit ihrem Freund, den sie bereits zu Schulzeiten kennengelernt hat. Schönes Penthouse? "New York ist viel zu teuer", sagt sie und lacht. Aber eigentlich müsste Anna doch ganz gut verdienen? "Sie kriegt schon auch was ab."

Trotzdem: kleine Mietwohnung, nichts Besonderes, nicht glamourös. Einmal sei sie schon in New York zu Besuch gewesen, erzählt ihre Mutter – Anna wohnt dort nun seit mehr als einem Jahr. Ein bisschen Touristenprogramm hätten sie gemacht, ansonsten einfach Zeit miteinander verbracht.

Für Familie Ewers im beschaulichen Tiengen ist die große Aufmerksamkeit und steigende Berühmtheit, die Anna durch ihre Karriere erfährt, noch kaum zu spüren. Glücklicherweise, wie alle finden. Klar wissen alle bescheid, sie wurde schon als Teenager oft mit Claudia Schiffer verglichen – vor ihrer Zeit als Model. Aber für die Familie gilt die Devise: Zurückhaltung. Anna verhält sich auch so. "Sie gibt einfach nicht so gerne Interviews", sagt Eva Schubert-Ewers. Eigentlich sei sie ja schüchtern, ihr Topmodel.
Anna Ewers

Anna Ewers eigentlicher Durchbruch gelang, als Designer Alexander Wang ihr Foto auf einem Blog entdeckte. Er schickte das Bild zu seiner Casting-Direktorin, die angeblich sagte: "Lasst uns dieses Mädchen finden." In den vergangenen beiden Jahren lief Anna bei etlichen internationalen Fashionshows für die verschiedensten Top-Designer und Marken auf, eine kleine Auswahl: Céline, Balenciaga, Prada, Dolce & Gabbana, Calvin Klein, Dior, Donna Karan, Chanel, Louis Vuitton, Marc Jacobs, Ralph Lauren, Versace, Alexander Wang, Fendi, Emilio Pucci. Dieses Jahr ist sie zudem im Pirelli-Kalender zu sehen.

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