Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. August 2013 21:50 Uhr

Liberale Supergroup

Wie war's bei … Rösler und Niebel in Freiburg?

Geballte Liberalen-Power im Paulussaal: FDP-Parteichef Philipp Rösler, Spitzenkandidat Dirk Niebel und Landeschefin Birgit Homburger haben in Freiburg die Wahlkampftrommel gerührt - und ausgeteilt.

  1. Geballte Liberalen-Power in Freiburg: Rösler, Niebel, Homburger Foto: RITA EGGSTEIN

Der erste Eindruck: Auch wenn die drei als Solisten nacheinander auf der Bühne vor blau-gelbem Hintergrund über den Köpfen agierten, so einte sie doch ein Credo: Freiheit und Verantwortung, das sie in unterschiedlicher Weise intonierten. Den in die Jahre gekommenen Zweckbau brachten sie rhetorisch, aber auch inhaltlich zum Rocken.

Das Publikum: Gut 250 Menschen, vorwiegend mittelalt und ältere, dazwischen einige jüngere, meist dem liberalen Gedankengut zuneigend. Klar: Welcher Folk-Fan geht schon ins Hardrock-Konzert? Vor dem Saal: Ordner in schwarzen Anzügen und Krawatten – und roten Hemden. Drinnen mischen sich Sakko und Kostüme mit T-Shirts und kurzärmeligen Hemden und Blusen. Die männlichen Stars in dunkeln Anzügen und weißen Hemden, mit bunter Krawatte Dirk Niebel, mit grauer der Parteichef. Birgit Homburger: weiße Hose und Schuhe, dunkelblauer Blazer und blau-weißer Ringelpulli.

Bester Wahlkampfspruch Fiek: "Die Grünen vertreten ein neuzeitliches Jakobinertum, bei dem ein Wohlfahrtsausschuss auf den Pfad der Tugend und den Fleisch essenden Freiburger Autofahrer mit Plastiktüte im Kofferraum ins Exil zwingt."

Werbung


Bester Wahlkampfspruch Homburger: "Sascha Fiek hält die Fahne der Freiheit hoch – in Freiburg wahrlich kein Vergnügen."

Bester Wahlkampfspruch Niebel: "Die Grünen wollen uns zuerst das Geld wegnehmen und dann bestimmen, was wir mit dem Rest machen dürfen."

Bester Wahlkampfspruch Rösler: "Gäbe es für Fahrschulen eine Förderung wie für erneuerbare Energien, würde sich Sascha Fiek einen ganzen Fuhrpark auf den Hof stellen, keine einzige Fahrstunde geben und in 20 Jahren 95 Prozent der Kosten erstattet bekommen."

Auftritt und Inhalt: 20 Minuten für jeden nach Sascha Fieks Einleitung. Schwäbelnd schnell Birgit Homburger, etwas bedächtiger, aber nicht minder scharf Dirk Niebel, flüssig und Akzente setzend, ohne das aus Funk und Fernsehen bekannte Stakkato, Philipp Rösler. Der Tenor: Die vier Jahre Schwarz-Gelb waren gute Jahre. Übergreifend: der Schuldenabbau, die Freiheit und Verantwortung des und der Einzelnen, die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, die nicht gefährdet werden dürfe.

Slogans an der Wand: "Die Mitte entlasten", "Schluss mit Schulden", "Bürgerrechte stärken", "Sicheres Geld".

Freiburg-Bezug: "Freiburg ist seit Karl Hermann Flach, Walter Scheel und Hans Dietrich Genscher das Symbol für den modernen Liberalismus, doch hier haben heute dessen Antipoden das Sagen." (Fiek)

Augenschmaus: Gering. Vereinzelt Blau, vereinzelt Gelb.



Begrenzender Faktor:
Eine große Diskussion gibt’s nicht, nur kleine Gespräche mit den Akteuren im Saal.

Fazit: Ob’s für eine Fünf Plus reicht? So viel wollen das Trio und die Partei am 22. September erreichen. Im Ernst: Es war viel besser, Noten spielen keine Rolle. Schade nur, dass wirklich keine Folk-Fans bei den Hardrockern waren. Sie hätten was zum Nachdenken.

Mehr zum Thema:

Autor: Hans-Henning Kiefer